Hilfe klingt gut. Handelt es sich aber um gezielte Hilfe für Straftäter, dann ist das schon schwieriger. Sind es auch noch Straftäter aus einer bestimmten politischen Strömung, dann ist klar: Das ist eine politische Organisation, die nicht davor zurückschreckt, Menschen zu unterstützen, die bereit sind, für ihre Überzeugungen Gewalt anzuwenden oder Gesetze zu missachten. Die „Rote Hilfe“ tut genau das. Der Verein, in seiner aktuellen Form 1975 gegründet, sieht sich als „strömungsübergreifende Solidaritätsorganisation für alle Linken“. Auf seiner Homepage schreibt er: „Staatliche Repression trifft Einzelne, zielt aber auf die gesamte Bewegung.“ Er unterstützt linke Aktivisten und Straftäter mit Medienarbeit, hilft bei Prozessvorbereitung und Anwaltskosten. War die Rote Hilfe ursprünglich im Umfeld der RAF aktiv, ging es später um Castor-Proteste, G-20-Demonstrationen oder Attacken gegen die Bundeswehr. In einer Publikation beschrieb sie Gefängnisse als „elementaren Bestandteil der Klassenjustiz“. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht nennt die Rote Hilfe „die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“. Die Bürgermeisterkandidatin der Linken in Berlin, Elif Eralp, war dort bis vor rund einem Jahr Mitglied.
