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08.07.2026
17:18 Uhr
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Bei dem Großeinsatz konnte der 16 Jahre alte mutmaßliche Täter schnell festgesetzt werden. Er hatte offenbar zwei 13-Jährige verletzt. Ministerpräsident Söder spricht sein Mitgefühl aus.

Auch drei Stunden nach dem ersten Alarm dringen am Mittwochnachmittag noch schwer bewaffnete und hoch gerüstete Polizisten in die flachen Gebäude des Schulzentrums im oberbayerischen Schongau ein. Die Polizei will ganz sichergehen, dass auf den Gängen und in den Klassenzimmern keine Mittäter oder Nachahmer unterwegs sind.
Den 16-Jährigen, der nach Polizeiangaben offenbar um kurz vor ein Uhr am Welfen-Gymnasium zwei Schülerinnen mit einem Messer schwer verletzt hat, haben die ersten eintreffenden Beamten schnell festgesetzt. Doch die Aufregung und der Schock wirken lange nach in der 13 000-Einwohner-Stadt am Lech.
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Mehrere Hundert Polizisten sind nach Angaben eines Polizeisprechers im Einsatz, dazu Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Kriseninterventionsteams, die Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrkräfte betreuen. Viele stehen unter dem Eindruck der Tat und des Amokalarms, der gegen 12.50 Uhr das Welfen-Gymnasium aufgeschreckt hat. Manche von ihnen gelten daher ebenfalls als Verletzte.
Die beiden 13-jährigen, auch körperlich schwer verletzten Mädchen sind am Nachmittag außer Lebensgefahr. Sie liegen mit Stichwunden im Krankenhaus. Die Pistole, die der mutmaßliche Täter laut Polizei ebenfalls bei sich hatte, hat er offenbar nicht benutzt. Ob und wie gut er und die beiden Mädchen einander kannten, teilte die Polizei am Mittwochnachmittag nicht mit und verwies auch bei anderen Fragen auf ermittlungstaktische Gründe. Auch den genauen Tatort nannten die Beamten nicht. „An der Schule“ lautet ihre Sprachregelung, was den vorsichtigen Schluss zulassen könnte, dass sich die Gewalttat eben nicht im Schulgebäude ereignet hat. Ob der 16-Jährige selbst Schüler des Gymnasiums ist, blieb ebenfalls unklar. Hinweise auf Mittäter gab es laut Polizei entgegen anderslautenden Gerüchten nicht.
Das Welfen-Gymnasium ist mit gut 800 Schülerinnen und Schülern ein vergleichsweise kleines Gymnasium. Es liegt in der Nähe der Schongauer Altstadt und dort in unmittelbarer Nachbarschaft der Schongauer Mittelschule und der Pfaffenwinkel-Realschule. Insgesamt musste die Polizei eine vierstellige Zahl von Schülerinnen und Schülern koordiniert aus den Gebäuden bringen.
Die Menschen vor Ort wurden aufgerufen, das Areal zu meiden. Die Polizei hatte für Angehörige und Eltern der Schülerinnen und Schüler eine Anlaufstelle am Schongauer Feuerwehrhaus eingerichtet.
Nach Angaben der ADAC-Luftrettung waren an dem Gymnasium mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt sechs Hubschrauber seien beteiligt gewesen, vier davon von der ADAC-Luftrettung, sagte ein Sprecher. Einer der vier Helikopter sei zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einer Amoktat.„Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten der Amoktat von Schongau“, sagte Söder und betonte: „Solch eine schreckliche Tat reißt nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. Die Heilung der Seelen wird lange dauern.“ Söder dankte der Polizei und allen Rettungsorganisationen für ein schnelles und entschlossenes Eingreifen. „Dieses Miteinander gerade in Notsituationen zeichnet unser Land aus.“ Und: „Wir stehen in diesen schweren Stunden alle zusammen. Die Schulfamilie und Angehörigen brauchen jetzt Zeit, Kraft und Zuspruch, die Ereignisse zu verarbeiten.“ Söder dankte „allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind“.
Der Psychologe Hans-Joachim Röthlein betreute nach dem Amoklauf in einer Schule in Freising vor 20 Jahren Schüler und Lehrer. Ein Gespräch über die Frage: Wie kommen Menschen nach einem derartigen Schock wieder ins Gleichgewicht?
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