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04.08.2026
13:51 Uhr
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Demütigende Fragen und kaum gesellschaftliche Anerkennung: 50 Jahre lang gab es in der Bundesrepublik „Zivis“, die den Kriegsdienst verweigerten. Eine Chronik.

Ein Archivbild von 1998: Ein Kriegsdienstverweigerer serviert einem Wohnungslosen in der Suppenküche der St.-Clemens-Propstei in Hannover eine warme Mahlzeit. Fabian Matzerath/dpa
„Drückeberger“, „Weichlinge“, „Vaterlandverräter“. Die ersten Männer, die in der jungen Bundesrepublik zivilen Ersatzdienst leisteten, mussten sich einiges anhören. Eine breite Öffentlichkeit konnte oder wollte nicht verstehen, dass man den Dienst an der Waffe verweigern durfte – und griff dabei, absichtlich oder gedankenlos, auf NS-Vokabular zurück. Im Ersten Weltkrieg landeten die wenigen Soldaten, die nicht mehr auf die Feinde schießen wollten, oft im „Irrenhaus“, im Zweiten Weltkrieg wurden Tausende solcher „Drückeberger“ sofort erschossen. Nach 1945 wollten die Alliierten die Deutschen erst einmal ganz entwaffnen, doch der Kalte Krieg ließ nach erbittertem Streit über die Wiederbewaffnung in der BRD (und in der DDR) bald wieder Militärkräfte auf deutschem Boden entstehen.
Dieses Land tut sich schwer, die Jugend für den Kriegsdienst zu begeistern. Zehntausende bräuchte man, gemeldet haben sich: 530. Unterwegs mit Soldaten auf Probe, die austesten, was das heißt, für dieses Land kämpfen, töten, und: sterben.
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