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24.08.2026
15:59 Uhr
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Die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen hat den Menschen in Bayern in vielerlei Hinsicht zugesetzt. Jetzt hat es auch noch die Wallfahrtsbranche erwischt.

Bei lang anhaltender Trockenheit sprudelt selbst eine Heilquelle nicht mehr so, wie man es seit Jahrhunderten gewohnt ist. (Symbolfoto) Jakob Gruber/Imago
Die lang anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen hat den Menschen in Bayern in vielerlei Hinsicht zugesetzt. Der Grundwasserpegel: viel zu niedrig. Frachter, Fähren, Kreuzfahrtschiffe: außer Gefecht gesetzt. Die Landwirtschaft: durch Hitze und Dürre so stark gebeutelt wie selten zuvor. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, hat es jetzt auch noch die Wallfahrtsbranche erwischt.
Im niederbayerischen Bad Abbach sind sie stolz auf die dortige Wallfahrtskirche und Einsiedelei der Schmerzhaften Mutter Gottes Frauenbründl. „Idyllisch am Waldrand gelegen, können Besucher eine Atmosphäre der Ruhe und Andacht erleben und die Schönheit der Natur genießen“, heißt es auf der Website der Marktgemeinde. Und wer die Schönheit der Natur aufgrund einer Sehschwäche womöglich nicht so ohne Weiteres erkennt, dem kann praktischerweise direkt vor Ort geholfen werden. Denn an der Außenseite der Kirche können sich Wallfahrer für gewöhnlich Wasser aus einer Heilquelle zapfen, die es offenbar in sich hat.
Die Geschichte von Frauenbründl als Wallfahrtsort geht auf ein Ereignis zurück, das sich um 1700 dort zugetragen haben soll. Demnach ließ sich damals der ehemalige Söldner Georg Pfandstetter als Eremit bei den fünf Quellen nieder. Er brachte, so heißt es, eine Pietà aus Italien mit und befestigte sie in einem Marterl. Vor diesem Marterl, so die Überlieferung, betete ein fast blinder Mann, wusch sich mit dem Quellwasser die Augen – und konnte wieder sehen. Dieses Wunder gilt als Ursprung der Wallfahrtstradition.
Doch die Hitze hat für Wunder und Wallfahrer offenbar nicht viel übrig. BR und Mittelbayerische Zeitung berichteten kürzlich, die Quelle sei versiegt. Ausgerechnet jetzt, da die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Bestehen der Kirche im September bevorstehen, hat man also eine Heilquelle ohne Wasser – eher suboptimal.
Was jahrhundertelang so wundersam vor sich hin sprudelte, kann sich doch wegen ein bisschen Klimawandel und Trockenheit nicht einfach verflüchtigen, denkt sich wohl mancher Heilwasser-Suchende. Jedenfalls war Medienberichten zufolge schon der eine oder die andere bei ihren vergeblichen Zapfversuchen etwas „rabiat“ und wollte noch irgendwas rauspressen, wo es nichts mehr rauszupressen gab. Gerade so, als ließe sich ein Wunder erzwingen.
Sinnvoller wäre es, in aller Ruhe und Andacht für länger andauernden Regen zu beten – und es einstweilen mal mit einem Augenarzt oder Optiker zu versuchen.
Landwirte beklagen hohe Ernteausfälle, selbst das Viehfutter wird inzwischen knapp. Das weckt Erinnerungen an das historische Dürrejahr 1976. Eine Wende könnte nur Dauerregen bringen. Stattdessen sinken die Wasserpegel.
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