Am 4. November 1967, nur Stunden vor seinem 44. Geburtstag, ging Rudolf Augstein mit dem Zeit-Kolumnisten Ben Witter im Alstertal spazieren. Die Stimmung war der Jahreszeit angemessen melancholisch. „Für Freunde braucht man Zeit, und mir fehlen jeden Tag etwa zwei Stunden“, klagt Augstein und seufzt etwas rätselhaft: „Leibesübungen möchte ich treiben.“ Wenn man ihn hole, er wäre sofort an der Uni, „aber vorher mache ich noch eine Tageszeitung, (…) ich arbeite ununterbrochen daran“.
