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16.08.2026
13:21 Uhr
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Mit „Verhaltenslehren der Kälte“ schuf er das Musterbuch der deutschen Kulturwissenschaft. Zum Tod des wegweisenden Philologen Helmut Lethen.

„Aus der Erschöpfung Energie ziehen, sich plötzlich aus der Gruppe lösen wie bei einer Demarrage bei der Tour de France, Bewegungen in leere Räume antizipieren.“ Helmut Lethen (hier 2014 in Leipzig). Arno Burgi/dpa
Baltasar Graciáns „Handorakel oder die Kunst der Weltklugheit“, erschienen im Jahr 1764, begleitete den Kulturwissenschaftler Helmut Lethen durch das halbe Leben. „Verhaltenslehren der Kälte“ lautete der Titel des im Jahr 1994 erschienenen Buches, mit dem Lethen, damals Professor für deutsche Literatur an der Universität Utrecht, nicht nur die bis dahin geltenden Vorstellungen vom intellektuellen Leben in der Zeit zwischen den Kriegen auf eine neue Grundlage stellte, sondern auch ein Musterbuch für eine neue Disziplin schuf.
Reinhard Strecker klagte die Taten jener NS-Richter an, die in der Bundesrepublik weiter Karriere machten. Nachruf auf einen unermüdlichen Aufklärer.
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