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15.03.2026
13:58 Uhr
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Jürgen Habermas und die Bundesrepublik, diese Beziehung war nie einfach: Erfüllt von liebevoller Sorge betrachtete der Philosoph sein Land kritisch bis überkritisch – doch die Deutschen verstanden ihn gerne falsch.

Beobachter der politischen Entwicklungen in Deutschland und der Welt, durchaus auch mit strengem Blick: Jürgen Habermas, hier eine Aufnahme von 1973. Roland Witschel/dpa
„Ich bin der prototypische Alarmist der alten Bundesrepublik.“ Das sagte Jürgen Habermas über sich in einem 1999 gesendeten Radioessay. Wie er das meinte? „Und nicht nur ich, sondern viele meiner Generation haben in der Angst – in den 50er- und 60er-Jahren, und nach ’68 in der Befürchtung – gelebt, dass die Sache hier in Deutschland doch noch schiefgeht.“ Die „Sache“ ist die parlamentarische Demokratie, der Rechtsstaat, die Einbindung der, wenn es nach Habermas gegangen wäre, postnationalen Bundesrepublik in ein liberales Europa, das sich im Kompromiss und im Diskurs formt. Eine Utopie? Nein, ein ambitioniertes Ziel. Ein Ziel, das heute leider weiter entfernt ist als vor zwanzig Jahren.
Der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“, ein „Bewusstsein von dem, was fehlt“, „Strukturwandel der Öffentlichkeit“: eine Werkschau des großen Philosophen.
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