SZ 31.07.2026
14:24 Uhr

(+) Pop: Wegen Reggaesong über Israel: Boy George steigt aus Musical aus


In dem Lied rechtfertigt der britische Musiker das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza und spottet über Kollegen, die „Flaggen hochhalten und plappern wie Schafe“.

(+) Pop: Wegen Reggaesong über Israel: Boy George steigt aus Musical aus
„Wir sind uns auch bewusst, dass viele Menschen Tickets gekauft haben, in der Hoffnung, George live auftreten zu sehen. Diesen Fans möchten wir unsere aufrichtige Entschuldigung aussprechen“, schreibt sein Management. Tobias Schwarz/AFP

Boy George zieht sich aus einer Musicalproduktion zurück, wegen eines Reggaesongs über Israel. Der britische Musiker hätte von Sonntag an eine größere Rolle in „Jesus Christ Superstar“ des Londoner Palladiums spielen sollen, als König Herod. Anfang der Woche hat George „We Will Dance Again“ auf Youtube veröffentlicht. Darin rechtfertigt er das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza und spottet über propalästinensische Solidaritätsbekundungen von Kollegen.

Der Song beginnt mit beschwingten Bläsern über einem Offbeat, dann singt George mit seiner charakteristisch warmen Stimme: „Ihr nennt es Genozid, ich nenne es Krieg / Wenn du angegriffen wirst, muss die Armee ran / Wird es schmutzig? Darauf kannst du wetten / Wir wissen ja, dass sie uns alle ermorden wollen.“ Er singt dann über junge Frauen, die „für das Verbrechen, getanzt zu haben“, vergewaltigt und ermordet worden seien. Und leitet so über zu Musikern, die „Flaggen hochhalten und plappern wie Schafe / Propaganda, angeheizt aus dem Internet, fühlt sich so schwach an“.

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In der Hook singt er: „Falls daran je Zweifel bestanden haben sollten/ Ich bin aufseiten der Juden.“ Das war in der Tat bekannt, George hat damit eine recht einsame Position in der britischen und internationalen Musikszene.

Sein Manager, der den Rückzug aus „Jesus Christ Superstar“ über Instagram bekannt gab, teilt mit, es geschehe, „damit die Produktion weiterhin im Mittelpunkt steht und gleichzeitig sichergestellt ist, dass alle Beteiligten mit gegenseitigem Respekt und gutem Willen vorankommen können“.

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