SZ 09.10.2026
00:10 Uhr

(+) Schüsse in der Oberpfalz: Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen


Ein Routineeinsatz in Berngau endet tödlich: Bei einer Waffenkontrolle werden zwei Behördenmitarbeiter erschossen. Der mutmaßliche Schütze verschanzt sich seitdem vor der Polizei.

(+) Schüsse in der Oberpfalz: Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen
Polizeikräfte sind bei Berngau in der Nacht im Einsatz.
Tizian Gerbing/dpa

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Behördenbeschäftigte bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Der 60-Jährige wurde dabei durch Schüsse leicht verletzt, berichtete eine Sprecherin des Polizeipräsidiums. „Zum Tatmotiv können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.“

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Tatverdächtige am Donnerstagnachmittag in Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz bei einer routinemäßigen Überprüfung eine 54 Jahre alte Mitarbeiterin und einen 45 Jahre alten Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt erschossen. Die beiden sollten unter anderem kontrollieren, ob der Mann seine Waffen ordnungsgemäß lagert.

Gegen 14 Uhr waren mehrere Notrufe bei Polizei und den Rettungskräften eingegangen. Die Zeugen meldeten Schussgeräusche. Es begann ein Großeinsatz, der sich bis weit in die Nacht hinein zog. Denn der bewaffnete Tatverdächtige verschanzte sich in einem Wohnhaus.

Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot am Tatort, auch ein Spezialeinsatzkommando samt gepanzertem Fahrzeug sowie ein Polizeihubschrauber waren beteiligt. Die Polizei hatte telefonisch Kontakt zu dem mutmaßlichen Schützen und versuchte über lange Zeit, ihn in Gesprächen vom Aufgeben zu überzeugen. Der Mann beharrte jedoch darauf, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen.

„Schlussendlich ist dann ein Zugriff erfolgt, unter Anwendung auch von Sprengmitteln“, schilderte ein Polizeisprecher: „Dabei wurde der 60-jährige mutmaßliche Schütze durch Schüsse ins Bein leicht verletzt.“ Der Mann werde nun zunächst medizinisch versorgt.

Im Oktober 2016 hat der „freie Mann Wolfgang“ in Mittelfranken einen Polizisten erschossen. Ein Wendepunkt: Seitdem gehen Sicherheitsbehörden rigide gegen die „Reichsbürger“-Szene vor.

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