SZ 12.05.2026
14:27 Uhr

(+) Spritpreise: Monopolkommission: Konzerne geben „Tankrabatt“ teilweise weiter


Benzin und Diesel sind erstmals seit Wochen wieder günstiger. Das hat wohl auch mit der Steuererleichterung zu tun – aber nicht nur.

(+) Spritpreise: Monopolkommission: Konzerne geben „Tankrabatt“ teilweise weiter

Vor dem Komma steht wieder eine Eins, wenn auch nur knapp: Zum ersten Mal seit Wochen sind an diesem Montag die Durchschnittspreise für Diesel und Benzin unter die zumindest psychologisch wichtige Marke von zwei Euro gefallen, Super E10 kostete dem ADAC zufolge 1,97 Euro je Liter, Diesel knapp 1,99 Euro. Dass die Mineralölkonzerne Sprit wieder etwas günstiger anbieten, hat wohl auch mit dem „Tankrabatt“ zu tun.

Für die erste Woche seit der Steuersenkung hat die Monopolkommission nun eine erste Auswertung vorgelegt. Das unabhängige Gremium, das die Bundesregierung berät, kommt zu dem Ergebnis: Die Unternehmen haben die Erleichterung weitgehend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. „Der erhebliche mediale und politische Druck dürfte dazu beigetragen haben“, heißt es in der Mitteilung.

Die Daten gäben aber auch Hinweise darauf, dass die Spritpreise bereits vor dem Tankrabatt systematisch erhöht waren. Als Vergleich nutzt das Gremium die Preisentwicklung in Frankreich und Großbritannien. Die Monopolkommission weist zudem darauf hin, dass ihre Ergebnisse auf Daten weniger Tage beruhen und daher vorläufig seien. Belastbare Aussagen könne man erst nach einem längeren Zeitraum treffen. Auch das Ifo-Institut wertet derzeit die Preise aus.

Benzin und Diesel werden in Deutschland normalerweise mit einer Energiesteuer von fixen 65,5 beziehungsweise 47 Cent pro Liter belegt. Von 1. Mai an wurde diese für zunächst zwei Monate um je 14 Cent gesenkt. Weil auch die Mehrwertsteuer auf die Energiesteuer geringer ausfällt, verspricht sich die Regierung eine Entlastung von knapp 17 Cent. Der Staat verzichtet in der Zeit auf etwa 1,6 Milliarden Euro. Schätzungen zufolge, die auf durchschnittlichen Fahrkilometern beruhen, liegt die Ersparnis für Autofahrer in diesen zwei Monaten bei um die 30 Euro – solange die Tankstellen die Preise auch wirklich senken.

Dass Kraftstoff im Schnitt gerade weniger als zwei Euro je Liter kostet, habe vermutlich auch mit den etwas geringeren Ölpreisen zu tun, heißt es vom ADAC. Wie teuer Sprit ist, hängt tatsächlich von vielen Faktoren ab, auch ist die Konkurrenz im Markt regional unterschiedlich – entsprechend schwierig lässt sich der Nachweis ermitteln, ob Ölunternehmen wirklich die Steuersenkung weitergeben. Solche Berechnungen „bringen nur annähernde Ergebnisse“, sagte etwa neulich Bundeskartellamtschef Andreas Mundt.

Deutschland hat Erfahrungen mit dem „Tankrabatt“: 2022, als unter anderem wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine die Unternehmen die Preise für Kraftstoffe deutlich erhöhten, setzte der damalige Finanzminister Christian Lindner (FDP) eine Steuersenkung für drei Monate durch. Nachträgliche Auswertungen zeigen, dass die Mineralölkonzerne die Entlastungen in der ersten Zeit praktisch vollständig, anschließend aber nur zum Teil weitergegeben haben. Als etwa im trockenen Sommer 2022 der Transport des Treibstoffs wegen niedriger Flusspegel erschwert und teurer wurde, behielten die Unternehmen die Steuererleichterung größtenteils ein.

Nach der 12-Uhr-Tankregel senkt der Staat von 1. Mai an die Steuer auf Benzin und Diesel. Kommt das bei den Autofahrern an? Und sind die Preise wirklich so hoch wie nie? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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