SZ 26.07.2026
12:10 Uhr

(+) Waldbrände in Spanien und Frankreich: Flammen rücken näher an Bordeaux


In Frankreich breiten sich die Feuer aus. In Spanien beruhigt sich die Lage leicht, doch es gibt es einen ersten Todesfall. In beiden Ländern müssen Hunderttausende Menschen ihre Häuser verlassen.

(+) Waldbrände in Spanien und Frankreich: Flammen rücken näher an Bordeaux

An Frankreichs Atlantikküste breiten sich die Brände weiter aus. Insgesamt wurden im Südwesten des Landes mittlerweile mehr als 220 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Auch in Spanien hatte die Regierung am Samstag wegen Waldbränden den nationalen Notstand ausgerufen.

In Frankreich ist vor allem die Umgebung der Großstadt Bordeaux betroffen. Allein in der Nacht wurden in fünf Gemeinden im Umland 50 000 weitere Menschen in Sicherheit gebracht, wie der französische Innenminiester Laurent Nuñez am Sonntagvormittag mitteilte. „In der Nacht bewegte sich das Feuer erratisch in Richtung Bordeaux“, schrieb er auf der Plattform X. Mittlerweile sei eine Fläche von 42 000 Hektar betroffen. Das entspricht in etwa der Fläche von Köln.

Wegen der Waldbrände wird auch die letzte Etappe der Tour de France von deutlich verkürzt. Ein Teil der ursprünglich eingeteilten Sicherheitskräfte soll stattdessen die Einsatzkräfte in den Waldbrandgebieten verstärken.

Die Stadt Bordeaux sei noch nicht unmittelbar bedroht. Der beißende Rauchgeruch ist aber inzwischen bis in die Stadt vorgedrungen. Unterschiedliche Angaben gab es zunächst zur Lage am Flughafen Bordeaux-Mérignac: Während Innenminister Nuñez wegen der starken Rauchentwicklung von einer Schließung gesprochen hatte, teilte der Flughafen mit, der Betrieb laufe weiter. Einschränkungen gibt es demnach lediglich beim öffentlichen Nahverkehr zum Flughafen. Ein 60km-langes Teilstück der Autobahn A63 Richtung Spanien wurde zudem gesperrt.

Am Samstagmorgen waren Urlauber und Bewohner von Cap Ferret aus auch mit Schiffen in Sicherheit gebracht und nach Arcachon gebracht worden. Von dort setzte die Bahn zum Weitertransport zusätzliche Züge nach Bordeaux ein. Um bei den Evakuierungen zu helfen, boten die Austernfischer der Region auch ihre Boote an. Die Landwirte unterstützten die Löscharbeiten mit 40 Tankwagen.

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Entstanden ist eines der Feuer südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse. Nachdem dort ein Lieferwagen auf einer Landstraße im Wald Feuer gefangen hatte, griffen die Flammen offenbar schnell auf die Natur über. Die Region hat einen trockenen Frühling und Frühsommer mit Temperaturrekorden hinter sich. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen lagen im Juli 7,3 Grad Celsius höher, als der normale Höchstwert für diesen Monat zwischen 1961 und 1990.

Mehr als 2500 Feuerwehrleute, sowie 2700 Polizisten und Soldaten sind landesweit im Einsatz. Dazu kommen 18 Löschflugzeuge. Am Samstag wurde erstmals ein Militärflugzeug vom Typ A400M mit einem speziellen Löschsystem eingesetzt, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann. In die Region Gironde werden 1,5 Millionen FFP2-Masken geliefert, um die Einsatzkräfte und die Bevölkerung vor dem Rauch zu schützen. 42 Feuerwehrleute wurden wohl überwiegend leicht verletzt. Auch in der benachbarten Region Landes, sowie im Südosten Frankreichs und auf der Insel Korsika sind Brände ausgebrochen.

In Spanien kam ein älterer Mann durch die Brände in der Region Valencia ums Leben. Der größte Brandherd im Land liegt aber weiterhin in der Nähe der Hauptstadt Madrid. Zwei separate Waldbrände in der Region hatten sich am Freitag zu einem riesigen Feuer vereinigt, mit einem weiteren Brand in Ávila in der benachbarten Region Kastilien und León sind sie bislang aber noch nicht verschmolzen. Eine höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen hatten in der Nacht auf Samstag geholfen, dass die Brände kaum vorgerückt sind. Auch am Sonntagmorgen haben die Brände der spanischen Regierung zufolge etwas nachgelassen.

Inzwischen mussten sich knapp 120 000 Menschen in Spanien in Sicherheit bringen. Hinzu kommen laut dem Innenministerium knapp 30 000 Menschen, die wegen der Brände ihr Zuhause nicht verlassen können.

Bereits in der Nacht auf Freitag hatte die spanische Regierung den nationalen Notstand ausgerufen.

Auch in Italien brennt es derzeit. Besonders betroffen sind die Mittelmeerinsel Sizilien und die Region Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden mehrere Dutzend Feuer gemeldet. Die Behörden befürchten eine Verschärfung der Lage durch eine neue Hitzewelle. Immer wieder werden die Flammen durch den aus Afrika kommenden Scirocco-Wind angefacht.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters.

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