SZ 12.07.2026
14:36 Uhr

Aktuelles Lexikon: Was ist ein Sparplan?


Individuell lässt er das Vermögen anwachsen. In Firmen wie VW steigert er den Gewinn. Manchmal notwendig, immer unbeliebt. Aber es gibt schlechtere und bessere Varianten.

Aktuelles Lexikon: Was ist ein Sparplan?
So sehen die Gewerkschaften den derzeit diskutierten Sparplan bei Volkswagen: als Sensenmann. Jan Woitas/dpa

Glücklich derjenige, dem beim Wort Sparplan zuerst das eigene Vermögen einfällt und die Möglichkeiten, es zu mehren. Um solche individuellen Sparpläne für die Finanzen geht es aber nicht, wenn in Unternehmen über einen Sparplan gesprochen wird. Hingegen steigt dann sofort das Sorgenlevel der Mitarbeiter. Denn hier sollen Firmen Kosten sparen, um mehr Gewinn zu erzielen (manchmal auch: um überhaupt Gewinn zu erzielen), was vor allem Eigentümern und Aktionären mehr Geld verschafft. Ein echter Sparplan beinhaltet oft Entlassungen und Produktionsstätten, die dichtmachen sollen. So aktuell bei Volkswagen. Ein echter Sparplan ist im Unternehmen zudem meist verhasst. Und entgegen weitverbreiteter Annahmen macht er auch den Chefinnen und Chefs selten Freude (Ausnahmen bestätigen die Regel). Er kann ihnen schließlich schaden. Wenn etwa ein Chef immer dann greifbar ist, wenn Kosten gesenkt werden sollen, aber nur selten, wenn es ums Produkt geht, dann wird die Sympathie nicht mit ihm sein. Was nicht heißt, dass Sparpläne nicht oft notwendig, ja, sogar sinnvoll sind. Die besten Sparpläne sind meist die, die nicht einfach nur auf das Mantra Sparen setzen, sondern aus der Notwendigkeit zu sparen etwas machen, das in die Zukunft weist. Darüber könnte auch VW-Chef Oliver Blume mal nachdenken.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: