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08.06.2026
16:56 Uhr
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Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich nach Angaben aus Regierungskreisen darauf verständigt, das gemeinsame Kampfflugzeugprojekt FCAS zu beenden. Die beiden Länder konnten sich in Punkten der Zusammenarbeit nicht einigen.

Modell des Future Combat Air System (FCAS) bei der Pariser Luftfahrtschau. JULIEN DE ROSA/AFP
Nach jahrelangen Vorbereitungen ist das milliardenschwere, deutsch-französische Rüstungsprojekt Namens FCAS größtenteils gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron seien zu der gemeinsamen Einschätzung gekommen, dass die Unternehmen Dassault und Airbus beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfinden, hieß es aus deutschen Regierungskreisen „Diese Realität erkennen sie an.“
Merz habe Macron daher nahegelegt, den Bau des Kampfjets nicht weiterzufolgen. Weitergeführt werden solle aber die gemeinsame Vernetzung von unterschiedlichen Waffensystemen, Plattformen oder Sensoren in einer sogenannten „Combat Cloud“. Das Future Combat Air System FCAS ist damit nicht vollständig vom Tisch.
Beim deutsch-französischen Ministerrat im Mitte Juli sollen beide Verteidigungsministerien einen Arbeitsplan mit einigen gemeinsamen Rüstungsprojekten vorlegen.
Den Startschuss für das prestigeträchtige Projekt hatten die damalige Kanzlerin Angela Merkel und Macron im Juli 2017 gegeben. Die Vorstellungen von den Fähigkeiten eines Kampfjets bei Airbus und Dassault gingen zuletzt aber weit auseinander.
Dassault hatte einen übergroßen Teil am Projekt sowie die Führung beansprucht. Von deutscher Seite wurde dagegen die Erwartung geäußert, dass sich Dassault „an die bestehenden Vereinbarungen“ hält, nach der die Unternehmen gleichermaßen beteiligt werden sollen. Auch früher hatte es immer wieder Zank um die Aufteilung gegeben.
Für Deutschland und Frankreich, die sich gerne als Motor Europas darstellen, ist dies politisch eine herbe Schlappe. Schon seit Jahren pocht Macron auf europäische Souveränität und gemeinsame Rüstungsvorhaben. Dass nun mit einem der engsten Partner das bislang ambitionierteste europäische Rüstungsprojekt an industriepolitischen Unstimmigkeiten scheitert, entspricht nicht dem Signal der Geschlossenheit, das er gerne senden möchte und ist auch ein ganz persönliches Scheitern für ihn als Mitinitiator des Projekts.
Eine Entscheidung über das milliardenschwere deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS steht offenbar kurz bevor. Noch wird hinter den Kulissen versucht zu retten, was zu retten ist.
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