Unsichtbar war Wladimir Putin schon vergangene Woche in Peking dabei. Als noch der andere machthungrige, durch einen Krieg angeschlagene Staatschef bei Chinas Xi Jinping zu Gast war, US-Präsident Donald Trump.
Am Freitag waren Xi und Trump durch die Gärten des Zhongnanhai spaziert, das Hauptquartier der Kommunistischen Partei in Peking. Trump blieb stehen – und fragte Xi, ob er auch andere Staatsgäste an diesen schönen Ort mitnehmen würde.
»Sehr selten«, sagte Xi, um nachzusetzen: »Putin war zum Beispiel schon mal hier.«
Eine Szene, die zwei Dinge klarstellte: Xi weiß, welche Knöpfe er drücken muss, um Trump bei der Ehre zu packen – und wie er zugleich verdeutlicht, dass sein wahrer Freund in Moskau sitzt.
Nicht einmal eine Woche später ist dieser echte Freund in Peking angekommen. Putin am Mittwoch zu Xi: »Mein lieber Freund, es gibt ein passendes chinesisches Sprichwort: Ein Tag getrennt voneinander fühlt sich an, als wären drei Herbste vergangen.«
Dienstagabend war er in der chinesischen Hauptstadt gelandet, die Show beinahe identisch mit der für Trump: Wieder wurde der lange rote Teppich ausgerollt, wieder schwenkten Chinesinnen und Chinesen – in den gleichen weiß-blauen Kostümchen – Flaggen, diesmal zur chinesischen die russische. Wieder begeistert kreischende Kinder. Trump wurde von Vizepräsident Han Zheng begrüßt, Putin von Außenminister Wang Yi.
