Eigentlich habe sie viele schöne Momente in ihrer Kindheit gehabt, sagte Adele Neuhauser am Freitagabend in der WDR-Talkshow »Kölner Treff« . Vor allem ihr Vater habe »irgendwie immer die Begabung gehabt, das Schönste für mich zu bereiten«, berichtete die Schauspielerin, mittlerweile 67 Jahre alt.
Doch irgendwann hätten sich ihre Eltern getrennt – und sie hätte sich als Kind die Schuld daran gegeben. Viele Kinder täten das, so Neuhauser nun im Rückblick. »Da muss man wirklich sehr wach sein und schauen, dass man die Kinder da auffängt. Ich bin da drinnen ein bisschen hängen geblieben – und habe eine ziemliche Depression ausgefasst damals.«
Adele Neuhauser spricht über Suizidversuche
Sie sei von Anfang ein »sehr theatralisches Wesen« gewesen, beschreibt sich Neuhauser im Gespräch mit Moderatorin Susan Link selbst. Und habe, so sagt sie es, alles etwas überzeichnet. »So auch meine Depression, die dann in sechs Suizidversuchen mündete. Wobei nicht alle ernst gemeint waren«.
Irgendwann, so schildert es Neuhauser, habe sie das zum Glück selbst festgestellt. Um Hilfe gebeten habe sie damals aber nicht. Dazu habe ihr schlichtweg der Mut gefehlt. Heute will sie deshalb genau darauf aufmerksam machen: »Das möchte ich wirklich allen sagen: Seid mutig und holt euch Hilfe. Weil der Mut, Hand an sich zu legen, furchtbar ist.«
Heute sei sie eine glückliche Mutter und Großmutter. Zu ihrem Sohn habe sie ein sehr gutes Verhältnis, genauso zur Schwiegertochter und den beiden Enkelkindern. »Ich bin sehr, sehr glücklich mit dieser wunderbaren Familie.« Obwohl sie viel unterwegs gewesen sei, sei sie eine anständige Mutter gewesen. Auch ihre Enkelkinder, die sie Omama nennen, würde sie gern öfter sehen.
Neuhauser in neuem ZDF-Zweiteiler
Neuhauser erzählt das auch, weil ihr neuestes Filmprojekt »Mama ist die Best(i)e« ebenfalls das Familienleben thematisiert. Eigentlich sollte die Familie, so sagte es die Schauspielerin in diesem Kontext, »der liebevollste und geborgenste Ort für alle sein«. Doch so richtig scheint das im ZDF-Zweiteiler, der jetzt schon in der Mediathek zu sehen ist, nicht der Fall zu sein. Neuhauser spielt darin die sehr reiche Society-Dame Gloria Almeda, die zehn Jahre im Gefängnis saß, weil sie ihren Mann umgebracht haben soll. Nun kehrt Almeda zur Familie zurück – will sich rächen und den wahren Mörder finden.
Gloria Almeda (Adele Neuhauser) wird verdächtigt, ihren Ehemann Viktor umgebracht zu haben
Foto: Fabio Eppensteiner / ZDF und Fabio EppensteinerDie Rolle habe es ihr angetan, weil sie die Entwicklung einer Figur über einen längeren Zeitraum spielen konnte, so Neuhauser. Auch wenn Gloria Almeda eine »verrückte, etwas überkandidelte, unsympathische, shoppingsüchtige Society-Nudel« sei.
Neuhauser, in Griechenland geboren und in Wien aufgewachsen, kam vom Theater zum Film und Fernsehen, war später auch auf der Kinoleinwand zu sehen. Seit 2011 steht sie vor der Kamera des Wiener »Tatorts« – spielt dort mit Harald Krassnitzer das Ermittlungsduo Bibi Fellner und Moritz Eisner. Bald soll aber Schluss sein mit dem Team: Wie der ORF im April 2025 bekannt gab, werden 2026 die letzten Fälle mit Eisner und Fellner ausgestrahlt.
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