Ein australisches Gericht hat den früheren katholischen Bischof Christopher Saunders wegen Sexualstraftaten an zwei jungen indigenen Männern zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Bereits im August war der 76-Jährige von Geschworenen eines Bezirksgerichts wegen Vergewaltigung und zwölf Fällen von sexueller Nötigung schuldig befunden worden.
Saunders war jahrzehntelang einer der ranghöchsten Katholiken in Australien. Von 1995 bis 2021 war er Bischof von Broome, eine Diözese im Outback im Nordwesten Australiens. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er junge indigene Männer mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht habe. Eines seiner Opfer sagte in einer vor Gericht verlesenen Erklärung: »Ich war ein Spielzeug, das er benutzte. Mein Kopf pocht jetzt, ich habe so große Schmerzen.«
Der Vorsitzende der australischen katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Costelloe, dankte den Opfern für ihren Mut, gegen Saunders ausgesagt zu haben. »Diejenigen, die sich gemeldet haben, um ihre Geschichte zu erzählen, taten dies mit großem Mut. Sie genießen unsere Bewunderung und unseren Respekt.« Kein Gerichtsurteil könne das verursachte Leid ungeschehen machen, schreibt Costelloe in einer Erklärung .
Bereits in den Jahren 2018 und 2020 hatte die Polizei gegen Saunders ermittelt. Aus Mangel an Beweisen erhob die Staatsanwaltschaft jedoch keine Anklage. Der Vatikan leitete daraufhin eine eigene interne Ermittlung ein. Im September 2023 übermittelte die Kirche einen 200 Seiten langen Bericht an die australische Polizei. Darin hieß es, dass Saunders wahrscheinlich vier sexueller Übergriffe auf indigene Jugendliche schuldig sei und möglicherweise weitere 687 Jugendliche und Männer umworben haben soll. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008 und die Folgezeit.
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Nach den Vorwürfen ließ Saunders sein Amt als Bischof von Broome seit 2020 ruhen, bis Papst Franziskus im August 2021 sein Rücktrittsgesuch annahm. Im Februar 2024 nahm ihn die australische Polizei fest.
