SpOn 19.09.2026
15:07 Uhr

Australien: Küstenwache jagt Weißen Hai nach tödlicher Attacke auf Schwimmer


Eine so ungewöhnliche wie umstrittene Aktion: Vor der Küste Westaustraliens soll ein Weißer Hai gezielt getötet werden. Das Tier hat einen Schwimmer tödlich verletzt, der Leichnam konnte bislang nicht geborgen werden.

Australien: Küstenwache jagt Weißen Hai nach tödlicher Attacke auf Schwimmer

Nach einem tödlichen Haiangriff haben die australischen Behörden angeordnet, einen Weißen Hai zu fangen und zu töten. Der Raubfisch hatte am Freitag einen Mann beim morgendlichen Schwimmen an einem beliebten Strand getötet. Nach der Leiche werde weiter gesucht, berichtet die BBC . Der Mann war am Morgen rund 50 Meter vor dem beliebten Sorrento Beach im Norden der Metropole Perth angegriffen worden.

Die Behörden teilten mit, dass die Strände entlang der Küste des Bundesstaates Western Australia mindestens bis Sonntag geschlossen bleiben würden, während die Suche nach dem Hai weitergehe. Es ist bereits der zweite Haiangriff in Westaustralien in dieser Woche und der dritte tödliche Angriff in dem Bundesstaat in diesem Jahr.

Der Vorfall am Sorrento Beach hat die Debatte darüber neu entfacht, wie die Sicherheit der Strandbesucher in Australien gewährleistet werden kann.

Eine Augenzeugin der Attacke sagte der Australian Broadcasting Corporation (ABC), dass zwei Männer schwammen, aber nur einer von ihnen ans Ufer zurückkehrte. Sie habe »eine Blutlache« im Wasser sehen können. Eine andere Zeugin sagte dem Medium »WAtoday«, sie habe gesehen, wie der Mann »zerfleischt« wurde, während der Hai ihn »wie einen Fisch herumschleuderte«. Anwohner berichteten, ungefähr zur selben Zeit einen zweieinhalb Meter langen Hai gesehen zu haben.

Die zuständige Fischereiministerin, Jackie Jarvis, sagte laut der BBC, sie habe die außergewöhnliche Maßnahme in die Wege geleitet, nachdem der Hai am Samstagmorgen von der Wasserpolizei gesichtet und »eindeutig als der an dem Vorfall beteiligte Hai identifiziert« worden sei. Die Tötung sei gerechtfertigt, da der Angriff unter »außergewöhnlichen Umständen« erfolgt sei und der Hai eine »Gefahr« darstelle.

Jarvis fügte hinzu, es sei vermutlich das erste Mal seit zehn Jahren, dass eine solche Anordnung in Western Australia erlassen worden sei. Sie betonte, dass es sich dabei nicht um eine Massentötung handle, wie sie der Bundesstaat in der Vergangenheit durchgeführt habe. Außerdem würden der Einsatz von Drohnen und die Markierung von Haien ausgeweitet, um Strandbesucher zu schützen.

Das Fangen und Töten von Haien hat in Westaustralien eine lange und umstrittene Geschichte. 2014 kam es monatelang zu massiven Protesten, als die Landesregierung nach einer Serie von Angriffen eine Jagd genehmigte.

In diesem Jahr gab es in Australien fünf tödliche Haiangriffe

Der Vorfall in Sorrento ist der zweite in Western Australia in dieser Woche. Am Montag wurde ein 56-jähriger Mann beim Surfen vor der Küste von Geraldton, 430 Kilometer nördlich von Perth, gebissen. Er überlebte, verlor aber einen Teil seines Beins, wie ein anderer Surfer der ABC berichtete.

Ein zwölfjähriger Junge starb im Januar, nachdem er im Hafen von Sydney gebissen worden war. Zusätzlich wurden zwischen Mai und Juni bei voneinander unabhängigen Vorfällen drei Taucher totgebissen – zwei in Westaustralien und der dritte in Queensland.

löw