SpOn 05.08.2026
21:17 Uhr

Bangladesch: Sheikh Hasina will trotz drohender Todesstrafe heimkehren


Obwohl ihr die Todesstrafe droht, möchte die frühere Ministerpräsidentin Sheikh Hasina in diesem Jahr aus Indien nach Bangladesch zurückkehren. Sie sagt, sie fürchte keine Festnahme.

Bangladesch: Sheikh Hasina will trotz drohender Todesstrafe heimkehren

Trotz eines gegen sie verhängten Todesurteils will Bangladeschs gestürzte frühere Ministerpräsidentin Sheikh Hasina noch vor Jahresende in ihr Heimatland zurückkehren. Bei einer Pressekonferenz zum zweiten Jahrestag ihrer Flucht nach Indien kündigte die 78-Jährige ihre Rückkehr für Dezember an.

Es gehe ihr nicht um eine Rückkehr an die Macht, sondern um ihr Land, sagte Hasina, die per Audio zu einer Veranstaltung in Neu-Delhi zugeschaltet war. Angst vor einer Verhaftung habe sie nicht, wie sie betonte.

Seit August 2024 lebt Hasina in Indien, wo sie nach Massenprotesten und gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften geflohen ist. Wie sie ihre Rückkehr nach Bangladesch organisieren will, ließ sie offen.

Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt

Ein Straftribunal in Bangladesch verurteilte sie im November 2025 in Abwesenheit zum Tode wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Anklage wirft ihr unter anderem vor, den Schießbefehl auf Demonstrierende erteilt zu haben.

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen kamen bei den Unruhen bis zu 1400 Menschen ums Leben. Hasina weist die Vorwürfe zurück.

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Die Regierung in Dhaka äußerte sich zunächst nicht zu Hasinas Ankündigung. Ministerpräsident Tarique Rahman bekräftigte jedoch, die Verantwortlichen für die Gewalt von 2024 in einem transparenten Gerichtsverfahren zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Anlässlich des zweiten Jahrestags des Regierungssturzes wurde im früheren Amtssitz Hasinas zudem ein Museum zur Erinnerung an den sogenannten Juli-Aufstand eröffnet.

dtt/dpa