Schauspieler Ben Affleck, 54, verlor 2026 beide Elternteile. Sein Vater Timothy war im April mit 76 Jahren gestorben. Kurz danach, im Juni, starb auch seine Mutter Christine Anne Boldt. Die 83-Jährige litt an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Für ihn sei das »eine ziemlich große Sache«, sagte er im Podcast »Streets We Grew Up On«. Der Verlust habe ihn dazu gebracht, seine Kindheit und die Rolle seiner Mutter neu zu betrachten.
Nach ihrem Tod entdeckte Affleck demnach Briefe, die seine Mutter in ihrer Jugend an ihre Eltern geschrieben hatte. Die Texte eröffneten ihm einen Einblick in ihr Leben bevor er und sein Bruder Casey, 51, geboren wurden, so Affleck. Er habe seine Mutter beim Lesen aus einer anderen Perspektive gesehen: als eigenständige Person mit Plänen und Zielen abseits der Familie.
»Da ist diese junge Frau voller Leben, Ehrgeiz und Träume, die darüber nachdachte, Sozialarbeiterin oder Lehrerin zu werden«, sagte Affleck, der in Filmen wie »Pearl Harbor« und »Good Will Hunting« mitspielte. Das habe er »wirklich faszinierend« gefunden, obwohl – oder gerade weil – nichts davon mit ihm zu tun gehabt habe: »Sie hatte schon vor mir ein erfülltes Leben.«
Christine Anne Boldt arbeitete als Lehrerin für die Unterstufe einer öffentlichen Schule. »Sie hat wirklich hart gearbeitet, und wenn sie nach Hause kam, hat sie sich um alles gekümmert«, sagte Affleck. »Sie hat das so gründlich und wirkungsvoll getan, dass ich sie gar nicht als eigene Person wahrgenommen habe, getrennt von mir. Und das hat mich umgehauen.«
Wie viel seine Mutter für die Familie aufgegeben hatte, habe der Hollywoodstar als Kind lange nicht erkannt. »Ich fand diese Frau einfach unglaublich und war der Meinung, dass sie alles schaffen könnte«, sagte Affleck. Sie habe ihn und seinen Bruder »zum absolut wichtigsten Mittelpunkt ihres Lebens gemacht«.
Vielleicht habe seine Mutter gewollt, dass ihm all das selbstverständlich erscheine. Dieses Gefühl wünsche er sich auch für seine eigenen Kinder.
