Jäger, Sportschütze – und früher selbst bei der Polizei: Nach dem Tod von zwei Behördenmitarbeitern bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz haben Ermittler neue Erkenntnisse über den Schützen preisgegeben. Er sei 1988 in Bayern Polizeibeamter in Ausbildung gewesen, heißt es von der Polizei. Vor Ausbildungsende sei er jedoch entlassen worden. Zu den Gründen machte die Polizei keine Angabe. Zuvor hatte die »Bild« über die Polizeivergangenheit des 60-Jährigen berichtet.
Der Mann soll am Donnerstag in Berngau im Landkreis Neumarkt einen 45 Jahre alten Mitarbeiter des Landratsamtes und dessen 54 Jahre alte Kollegin erschossen haben. Sie hatten den Jäger und Sportschützen für eine Waffenkontrolle aufgesucht. Der Mann besaß laut Waffenregister als Sportschütze und Jäger zehn Waffen legal. Seine Kontrolle erfolgte nach Angaben des Landratsamtes routinemäßig und ohne Vorankündigung.
Gegen 14 Uhr hatten Anwohner den Notruf gewählt und Schussgeräusche gemeldet. Laut der Polizei rief der Mann auch selbst bei der Einsatzzentrale an und gab zu, geschossen zu haben. Zudem habe er gesagt, er sei bewaffnet und werde nicht widerstandslos aufgeben.
Nachdem der 60-Jährige sich stundenlang in seinem Haus verschanzt hatte, nahmen ihn Spezialkräfte der Polizei gegen 2.20 Uhr in der Nacht zu Freitag fest. Dabei fielen Schüsse, der Mann wurde verletzt. Er wurde unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus gebracht. Dort befindet er sich laut Polizei noch am Samstag.
Der 60-Jährige soll nach seiner medizinischen Behandlung einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser würde dann über die Frage einer Untersuchungshaft oder einer Unterbringung in einer Fachklinik entscheiden.
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