SpOn 13.09.2026
11:59 Uhr

China: Deutsche Konzerne erhöhen Investitionen trotz politischer Risiken


China gilt immer mehr als schwieriger Partner. Dennoch haben deutsche Konzerne ihre Investitionen dort offenbar wieder ausgeweitet. Ganz anders ist die Lage hingegen in den USA.

China: Deutsche Konzerne erhöhen Investitionen trotz politischer Risiken

Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in China einer ​Untersuchung zufolge im ersten Halbjahr dieses Jahres wieder deutlich erhöht. Sie investierten demnach rund 5,6 Milliarden Euro zusätzlich in der Volksrepublik, wie aus einer Auswertung von Bundesbankdaten durch das ‌arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hervorgeht.

Der Betrag liegt rund ein Drittel über dem des Vorjahreszeitraums. Im längerfristigen Vergleich bewegt er sich im langfristigen Mittel: Der Durchschnitt der Halbjahreswerte von 2020 bis 2025 lag ebenfalls bei 5,6 Milliarden Euro. Die deutschen Unternehmen finanzieren den Ausbau aber immer mehr aus eigenen Gewinnen vor Ort.

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»Deutschen Unternehmen bleibt kaum ​eine Wahl, als weiter in China zu investieren«, sagte IW-Experte Jürgen Matthes. »Das Land ist ein wichtiger Absatzmarkt, und einige Firmen nutzen es als ›Fitnesscenter‹.« ⁠Dahinter stecke ⁠ein Kalkül: Wer sich gegen die harte Konkurrenz vor Ort durchsetze, schaffe das auch eher auf dem Weltmarkt.

Einbruch bei Investitionen in die USA

Zum Vergleich: Bei Investitionen in den USA treten die deutschen Unternehmen auf die Bremse. Im ersten Halbjahr fuhren sie ihr Engagement um fast ‌zwei Drittel auf rund 4,3 Milliarden Euro zurück. US-Präsident Donald Trump hat mit seiner Wirtschaftspolitik ​viele wichtige Handelspartner verprellt ‌und mit hohen Zöllen überzogen, darunter die EU und damit Deutschland.

Die anhaltend hohen China-Investitionen haben dem IW zufolge auch mit dem Yuan-Kurs zu tun. »Die Produktion in China ist künstlich vergünstigt – der Staat subventioniert Unternehmen, und die unterbewertete Währung verbilligt chinesische Waren zusätzlich«, erklärte Matthes. Wer im scharfen globalen Preiswettbewerb gegen chinesische Firmen ‌bestehen wolle, müsse deshalb selbst stärker dort produzieren und die Wettbewerbsverzerrungen auch für sich nutzen. »Für Deutschland heißt das: Produktion und Arbeitsplätze wandern nach China ab«, betonte der IW-Experte. »Die EU sollte diesem unfairen Spiel einen Riegel vorschieben ‌und Ausgleichszölle auf chinesische Importe erheben.«

beb/Reuters