SpOn 06.10.2026
21:30 Uhr

Cornell: Juristin Sally Yates soll Umgang der Universität mit »Jane Doe«-Fall prüfen


Welche Fehler hat die US-Eliteuniversität Cornell im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung von »Jane Doe« gemacht? Das soll nun Sally Yates untersuchen – bekannt aus ihrem Spitzenjob in den Obama-Jahren.

Cornell: Juristin Sally Yates soll Umgang der Universität mit »Jane Doe«-Fall prüfen

Angesichts der Vergewaltigungsvorwürfe an der US-Eliteuniversität Cornell wächst der Protest gegen die Hochschulleitung . Mehrere Medien berichten von eingeschlagenen Fensterscheiben. Unbekannte haben Graffiti an die Wände eines Gebäudes auf dem Campus gesprüht und werfen der Universität darin vor, Vergewaltiger zu schützen.

In einer Reaktion auf die Proteste hat die Universität nun mitgeteilt, die prominente US-Juristin und ehemalige Spitzenbeamtin des Justizministeriums Sally Yates mit einer »detaillierten Überprüfung der Reaktion der Universität« beauftragt zu haben. Yates war unter anderem stellvertretende Generalstaatsanwältin und stellvertretende Justizministerin unter Präsident Barack Obama.

Es sei »zwingend erforderlich, dass Cornell bereit ist, sich selbst mit der gleichen Strenge zu untersuchen, die wir von anderen erwarten«, erklärte die Vorsitzende des Universitätsrates, Anne Meinig Smalling. Es gehe nicht nur darum zu verstehen, was 2024 geschehen sei, »sondern auch zu verstehen, wie Cornell eine Vorreiterrolle bei der Verhinderung sexualisierter Gewalt übernehmen kann, diejenigen unterstützen kann, die sich melden, und auf Vorwürfe rigoros, fair und mitfühlend reagieren kann«, fügte Smalling hinzu.

Im Zentrum des Falls steht der Vorwurf einer ehemaligen Studentin, im Oktober 2024 im Haus einer Studierendenverbindung von mehreren Männern vergewaltigt worden zu sein. Strafrechtliche Konsequenzen gab es zunächst nicht. Nach einer neuen Zivilklage und wachsender öffentlicher Kritik wird der Fall inzwischen von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James untersucht. Einen detaillierten Überblick zu dem Fall lesen Sie hier. 

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Zahlreiche Frauen hatten in den vergangenen Tagen in einer Online-Kampagne ihre Empörung über den Umgang von Justiz, Universität und Gesellschaft mit dem Fall zum Ausdruck gebracht.

Was den »Cornell Seven« vorgeworfen wird und was sie dazu sagen, lesen Sie hier. 

ptz/dpa