SpOn 16.07.2026
17:44 Uhr

Deutschland und Frankreich setzen Atomkooperation um


Deutschland will sich bei der nuklearen Abschreckung nicht mehr allein auf die USA verlassen. Die im März vereinbarte Zusammenarbeit mit Frankreich nimmt nun konkrete Formen an.

Deutschland und Frankreich setzen Atomkooperation um

Ihre im März vereinbarte Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung haben Deutschland und Frankreich mit einer gemeinsamen Luftwaffenübung erstmals in die Praxis umgesetzt.

Zwei französische Rafale-Kampfjets, die mit Atomwaffen bestückt werden können, und zwei Eurofighter der Bundeswehr trainierten unmittelbar vor dem Deutschlandbesuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Betankung in der Luft durch ein französisches Tankflugzeug. Das bestätigte ein Sprecher der Luftwaffe der Nachrichtenagentur dpa.

Am Rande der Tagung des deutsch-französischen Verteidigungsrats soll es am Freitag auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln eine weitere Übung geben, bei der deutsche und französische Soldaten Wartungsarbeiten an den Flugzeugen des jeweils anderen Landes durchführen.

Erste Teilnahme an französischem Nuklearmanöver im Herbst

Damit beginnt die Umsetzung der Nuklearpartnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich , die Anfang März von Merz und Macron vereinbart worden war. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen soll der Verteidigungsrat am Freitag als nächsten Schritt beschließen, dass sich im Herbst erstmals deutsche Soldaten an einem französischen Nuklearmanöver beteiligen.

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Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rücken. Neben Großbritannien ist es das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergänzen und stärken.

Neun Länder wollen mit Frankreich kooperieren

Auch mit der Atommacht Großbritannien hat Frankreich eine nukleare Zusammenarbeit vereinbart. Sieben weitere Länder haben positiv auf das französische Angebot reagiert: Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden, Dänemark und Norwegen.

Lesen Sie hier  mehr über Macrons Atomschirm.

aeh/dpa