Die Folgen der kubanischen Energiekrise machen sich für die rund zehn Millionen Einwohner des Inselstaates immer drastischer bemerkbar: Zum dritten Mal ist nun binnen rund einer Woche landesweit der Strom ausgefallen.
»Es hat eine vollständige Trennung des Stromsystems gegeben«, teilte das Energieministerium via X mit. Grund sei eine Störung im Block eines Wärmekraftwerks gewesen. Die Protokolle zur Wiederherstellung der Stromversorgung seien aktiviert worden.
Fotos zeigten, wie am Dienstagabend etwa die berühmte Flaniermeile Malecón in Havanna weitgehend im Dunkeln lag. Auch Stunden nach dem Zusammenbruch des Netzes war die Versorgung offenbar weiterhin in einigen Landesteilen unterbrochen. Das Energieministerium postete laufend Updates über Gebiete, die nach und nach wieder ans Netz angeschlossen wurden.
Nur die Fahrzeugscheinwerfer spenden Licht: Straßenszene aus Havanna
Foto: Norlys Perez / REUTERSMarode Technik und US-Sanktionen
Die Regierung macht dafür unter anderem das US-Handelsembargo und weitere Sanktionen Washingtons verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hatte Ländern, die Öl nach Kuba exportieren, zuletzt im Januar mit Strafzöllen gedroht, woraufhin die Treibstofflieferungen aus dem Ausland nahezu zum Erliegen kamen.
Washington versucht mit verschiedenen Druckmaßnahmen, eine wirtschaftliche und politische Öffnung der Insel nach seinen Vorstellungen zu erzwingen
Die chronischen Ausfälle verschärfen die sozialen Spannungen auf der Insel: In der vergangenen Woche war es in der Hauptstadt Havanna nach einem Blackout zu Protesten gekommen.
