SpOn 16.07.2026
19:45 Uhr

Erfurt: Lange Haftstrafen im Prozess um Meth-Küche


Mit dem vielleicht größten Meth-Labor in Deutschland wollten drei Männer ihr Geld verdienen. Nachdem es aufflog, müssen sie nun ins Gefängnis. Bei der Urteilsverkündung sprach der Richter dennoch von »Hochachtung«.

Erfurt: Lange Haftstrafen im Prozess um Meth-Küche

Mit großem Geschäftssinn haben drei Männer in Thüringen viel Geld verdient. Doch tätig waren die Männer in der »falschen Branche«, wie der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung sagte. Denn laut Experten betrieben sie damals das größte Labor für Crystal Meth in Deutschland.

Im Prozess in Erfurt sind die drei Angeklagten jetzt zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie sollen nach Entscheidung des Landgerichts jeweils Gesamtfreiheitsstrafen von 6 Jahren, 13 Jahren und 6 Monaten sowie 14 Jahren verbüßen. Im Prozess hatten sie sich überwiegend und weitgehend geständig gezeigt. Die drei sind zwischen 38 und 45 Jahre alt.

Kiloweise Meth und Cannabis entdeckt

Die Angeklagten haben sich laut Urteil unter anderem in mehreren Fällen des Handels mit Cannabis und mit anderen Drogen im großen Stil schuldig gemacht, beziehungsweise der Beihilfe dazu. Teils hätten sie als Bande agiert. Es ging um einen Zeitraum von etwa Mitte 2020 bis Februar 2022.

In einer professionell eingerichteten großen Drogenküche in Erfurt sollen mindestens 40 Kilogramm Methamphetamin produziert worden sein, besser bekannt als Crystal Meth. In einem Lager im Landkreis Sömmerda fand die Polizei rund 100 Kilogramm Marihuana.

Richter spricht von einer »gewissen Hochachtung«

Jeweils sechs Monate der Haftstrafen gelten bereits als vollstreckt. In das Strafmaß eingeflossen sind auch Urteile aus einem früheren Drogenprozess gegen die Männer. Die Staatsanwaltschaft hatte im aktuellen Prozess etwas längere Strafen gefordert, die Verteidiger kürzere.

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Der Vorsitzende Richter sprach bei der Urteilsbegründung von einer »gewissen Hochachtung« vor dem, was die Angeklagten »hochgezogen« hätten. Es habe sich zwar nicht um eine perfekte, aber um eine voll funktionsfähige Anlage zur Produktion von Methamphetamin mit hoher Qualität gehandelt.

Ans Aufhören dachte das Trio offensichtlich bis zum Schluss nicht. Im Labor vorrätige Grundstoffe hätten zur Produktion von bis zu einer Tonne Methamphetamin gereicht, hieß es nach der Entdeckung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

jpe/dpa