Im Kampf gegen den großen Waldbrand im Hürtgenwald bei Düren hat die Feuerwehr ihre Einsatzzentrale verlegt. Der Wind habe sich gedreht und den ganzen Qualm des Waldbrandes zu den Einsatzkräften getragen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Zentrale sei nun an der Schule aufgebaut worden.
Seit Donnerstagnachmittag kämpfen Hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen. Nach Angaben des Kreises Düren sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen – das entspricht etwa 420 Fußballfeldern. Weil die Flammen gefährlich nah an den Ortsteil Gey vorgerückt waren, hatte die Feuerwehr am frühen Freitagmorgen die Evakuierung angeordnet .
Einsatzkräfte bei Lagebesprechung
Foto: Thomas Banneyer / dpaDie Löscharbeiten liefen in der Nacht weiter. Die Feuerwehr stelle sich auf einen tagelangen Einsatz ein, sagte der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Düren, Peter Berndgen, der Deutschen Presse-Agentur. Alle zwölf Stunden machten sich rund 500 Feuerwehrleute aus NRW auf den Weg zum Schichtwechsel ins Brandgebiet. Die Einsatzplanung reiche derzeit bis Montag.
Feuerwehrleute warten mit ihren Fahrzeugen auf der abgesperrten Bundesstraße 399 bei Hürtgenwald-Gey auf ihren Einsatz
Foto: Georg Hilgemann / dpaZwei Bergepanzer der Bundeswehr schlagen nach Angaben des Feuerwehrsprechers Berndgens auch in der Nacht Schneisen im Bereich der evakuierten Ortschaft Gey. Damit soll ein Übergreifen des Feuers verhindert werden.
Mit Einbruch der Dunkelheit habe man die Einsätze der Löschhubschrauber ausgesetzt, sagte Berndgen weiter. Neben Helikoptern der Polizeien aus NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz waren auch Hubschrauber der Bundespolizei und der Bundeswehr im Einsatz. Sie sind mit einem sogenannten Bambi Bucket bestückt, einem faltbaren Löschwasserbehälter. Mit jedem einzelnen Flug können damit 2000 Liter Löschwasser abgelassen werden.
Ein Bergepanzer startet im Lagezentrum in Kleinhau zu einem Einsatz
Foto: Harald Tittel / dpaIn besonders gefährdeten Bereichen sei der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt worden, so der Feuerwehrsprecher. Viele zusätzliche Löschzüge würden in diese Bereiche geschickt. Auch Wege seien erweitert und Gegenfeuer gelegt worden.
Die Hoffnung sei, über Nacht die Situation stabil zu halten. »Im Moment würde ich sagen, gibt es so eine leichte Tendenz zu einer statischen, heißt also einer stabilen Lage, was uns natürlich sehr freut«, sagte der Sprecher.
Weltkriegsmunition macht den Einsatz gefährlich
Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. »Das Gelände ist doch sehr schwierig und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken«, sagte Landrat Nolten. Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen.
Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Unter der Erde liegen Granaten und Munition. Helfer berichten, dass in der Nacht immer wieder Explosionen aus der Richtung des Brands zu hören waren.
Lesen Sie die Reportage aus der Eifel: »Dein Haus ist in den Nachrichten«, schreibt der Enkel am Morgen, da herrscht bei der Oma bereits panische Angst. Ein Großfeuer im Hürtgenwald rückt an die Dörfer heran, Menschen warten auf die Evakuierung – und darauf, dass der Wind dreht .

