SpOn 22.09.2026
08:28 Uhr

Fifa: Gianni Infantino wirbt in Brief für Einheit und Reformen


Gianni Infantino geht nach wochenlanger Kritik mit einem Brief an alle Fifa-Mitgliedsverbände auf Kuschelkurs. Er beschwört die Einheit der Fußballwelt und gibt sich offen für Reformen.

Fifa: Gianni Infantino wirbt in Brief für Einheit und Reformen

Fifa-Präsident Gianni Infantino bietet erstmals seit der Aufregung um den gescheiterten Investorendeal seinen Kritikern Gespräche über mögliche Reformen des Fußball-Weltverbands an. In einem Brief an die Chefs der 211 Mitgliedsverbände und die Mitglieder des Fifa-Rats, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, kündigte der Schweizer eine unabhängige externe Überprüfung der Fifa-Governance an. Zudem schlägt er Konsultationen über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse vor – einschließlich der Rolle des Präsidenten.

Infantino wolle den Fifa-Rat fragen, ob er eine unabhängige Untersuchung des Governance-Systems der Fifa »für große strategische Projekte« in Auftrag geben wolle, heißt es. Zudem wolle er eine »direkte, strukturierte und zeitlich begrenzte Konsultation mit den Konföderationen, Mitgliedsverbänden und relevanten Interessengruppen« vorschlagen.

Dabei solle »diskutiert werden, wie die Entscheidungsprozesse der Fifa weiter verbessert werden können«, versichert der 56-Jährige, der nach einem Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren  im Sommer massiv unter Druck steht. Das gescheiterte Projekt Fifa Forward Enterprise (FFE) habe jedoch »keinen Verzicht auf die Kontrolle oder Autorität der Fifa über sportliche Entscheidungen beinhaltet«, schrieb Infantino nun. Er verstehe jedoch, dass es »ohne den vollständigen Kontext Besorgnis ausgelöst« habe.

Infantino hält an Kandidatur für vierte Amtszeit fest

Zugleich machte Infantino klar, dass er die Fifa weiter anführen will. »Ich bleibe voll und ganz dazu verpflichtet, die Fifa zu führen, und bin zuversichtlich, was wir gemeinsam erreichen können. Unsere Verantwortung ist größer als jeder einzelne Vorschlag oder jede Meinungsverschiedenheit«, so Infantino.

Damit hält Infantino an einer Kandidatur für eine vierte Amtszeit beim Kongress im März 2027 fest. Seine Kritiker um Uefa-Präsident Aleksandar Čeferin und Concacaf-Chef Victor Montagliani hatten ihn zu einem Verzicht aufgefordert. Zudem bereitet die Uefa ein Strafverfahren gegen Infantino vor.

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Seinen Gegnern reicht Infantino nun durch das Schreiben symbolisch die Hand und verweist auf seine Kompromissbereitschaft. »Einigkeit ist keine Voraussetzung für Dialog, und Meinungsverschiedenheiten sollten niemals den gegenseitigen Respekt verhindern«, heißt es.

Es tobt ein Machtkampf um die Zukunft des Fußballs. Uefa-Vizepräsidentin Laura McAllister arbeitet am Sturz von Gianni Infantino. Wer die Frau ist, die sich gegen den Fifa-Boss erhebt, lesen Sie hier. 

luc/dpa