SpOn 14.08.2026
11:17 Uhr

Fitness-Studie: Joggen mit Kinderwagen führt seltener zu Verletzungen


Jogger mit Buggy erleiden weniger Überlastungsverletzungen als Läufer, die allein unterwegs sind. Forschende haben auch eine Idee, warum das so ist.

Fitness-Studie: Joggen mit Kinderwagen führt seltener zu Verletzungen

Joggen mit Kinderwagen senkt das Verletzungsrisiko einer US-amerikanischen Studie zufolge erheblich. Das gehe aus einer Analyse von 250 Elternteilen hervor, von denen fast 200 regelmäßig mit Kinderwagen liefen, schreibt ein Forschungsteam um Allison Altman-Singles von der Pennsylvania State University in Reading im Fachblatt »PLOS One« . Die meisten Teilnehmenden waren Frauen.

Während in der Kontrollgruppe 30 Prozent der Laufenden von Überlastungsverletzungen berichteten, waren es in der Gruppe der Kinderwagen-Jogger nur 19 Prozent. Umgerechnet auf die Laufleistung verzeichneten die Buggy-Läufer 0,19 Verletzungen pro 1000 Meilen, also etwa 1600 Kilometer. In der Vergleichsgruppe lag der Wert mit 0,42 mehr als doppelt so hoch.

Kinderwagen als Stoßdämpfer

Die Wissenschaftler führen die Schutzfunktion eines Buggys auf biomechanische Faktoren zurück. Durch den Druck auf den Haltegriff werde ein Teil der Aufprallkräfte auf die Räder übertragen, was die Beine entlaste. Zudem fördere das Schieben eine gleichmäßigere Schrittfrequenz und eine bessere Regulierung des Tempos, was die Gelenke zusätzlich schone.

Die Art der Verletzungen war in beiden Gruppen ähnlich. Am häufigsten berichteten die Teilnehmenden über eine sogenannte Plantarfasziitis, also eine Entzündung der Sehnenplatte unter der Fußsohle. Die Forscher vermuten hierbei einen Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen nach der Schwangerschaft, die das Bindegewebe elastischer und damit anfälliger machen könnten.

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Die Autoren unterstreichen zudem wichtige Sicherheitsaspekte: In den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes joggten die meisten Teilnehmer eher ohne Wagen. Fachleute raten hier zur Vorsicht, da Säuglinge in diesem Alter ihren Kopf oft noch nicht selbstständig stabilisieren können. Die intensivste Phase des Kinderwagen-Joggens lag im Zeitraum, in dem die Kinder zwischen 12 und 36 Monate alt waren.

Die Autoren der Studie räumen ein, dass es sich um eine Befragung handelt, die überwiegend von Frauen beantwortet wurde. Zudem lag die Elternschaft teilweise schon etliche Jahre zurück. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Läufer während der vergangenen 20 Jahre ein Kind im Alter von null bis drei Jahre hatten und in den letzten zweieinhalb Jahren dieses Zeitraums gejoggt waren. Sie gaben zudem an, wie viel sie gelaufen waren und welche Verletzungen sie erlitten hatten.

msk/dpa