SpOn 21.03.2026
11:03 Uhr

Formel 1: Jonathan Wheatley verlässt Audi nach zwei Saisonrennen


Mitten in der Aufbauphase verlässt Jonathan Wheatley Audis neues Formel-1-Team. Der Brite steht offenbar vor einem Wechsel zu Konkurrent Aston Martin – und soll dort helfen, das Problemauto in den Griff zu bekommen.

Formel 1: Jonathan Wheatley verlässt Audi nach zwei Saisonrennen

Audi muss beim neuen Formel-1-Werksteam schon nach zwei Saisonrennen den Teamchef austauschen. Der Brite Jonathan Wheatley verlasse den Rennstall »aus persönlichen Gründen« mit sofortiger Wirkung, teilte der Autobauer mit. Mattia Binotto, Leiter des Formel-1-Projekts, übernehme zusätzlich die Aufgaben des Teamchefs. Der 56-Jährige war auch schon Teamchef bei Ferrari und setzte seinerzeit die Trennung von Sebastian Vettel durch.

Audi kündigte an, die künftige Führungsstruktur zu einem späteren Zeitpunkt festzulegen. Das Team werde seine Organisationsstrukturen weiterentwickeln, um das gemeinsame Ziel zu erreichen, wurde Konzernchef Gernot Döllner zitiert.

Wheatleys Abschied trifft Audi mitten im Aufbauprozess – auch mit dem deutschen Stammpiloten Nico Hülkenberg. Der 58-jährige Wheatley hatte das Amt vor knapp einem Jahr übernommen, als der Rennstall noch unter dem Namen Sauber antrat. Zuvor arbeitete er lange für Red Bull und feierte in verschiedenen Führungspositionen WM-Titel mit dem Team.

Audi-Fahrer Nico Hülkenberg beim Großen Preis von China

Audi-Fahrer Nico Hülkenberg beim Großen Preis von China

Foto: Alberto Vimercati / PsnewZ / IMAGO

Laut übereinstimmenden Medienberichten, darunter der »Autosport« und der BBC, könnte Jonathan Wheatley zu Aston Martin wechseln und dort die Aufgaben von Adrian Newey als Teamchef übernehmen. Bei dem Team konnte in dieser Saison wegen Problemen mit Motorenpartner Honda noch keiner der beiden Piloten ein Rennen zu Ende fahren. Besonders gravierend: Die von der Power Unit ausgehenden Vibrationen sind für die Piloten über eine gesamte Renndistanz nicht zu ertragen. Der in der Formel 1 als Design-Genie verehrte Newey soll sich daher noch mehr auf die Entwicklung eines konkurrenzfähigen Wagens konzentrieren.

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Zudem sei Wheatley den Medienberichten zufolge interessiert daran, seinen Lebensmittelpunkt vom Teamsitz in der Schweiz wieder zurück in seine englische Heimat verlegen zu können. Offen ist, ob er sofort verfügbar wäre oder zunächst wegen vertraglicher Regelungen eine Pause einlegen müsste.

Hunderte Millionen investierte Eigner Lawrence Stroll bisher in den Rennstall Aston Martin. Doch kurz vor Saisonstart räumte Stardesigner Adrian Newey ein, dass Spiegel abfallen und die Fahrer gefährdet sein könnten. Über die Probleme des Autos lesen Sie hier .

luc/dpa/sid