Die Beleidigung einer Journalistin hat für den niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordnete Frank Henning Folgen. Der Politiker aus Osnabrück werde nicht mehr für die nächste Landtagswahl in einem Jahr kandidieren, teilte der SPD-Unterbezirk Osnabrück-Stadt mit. Mehrere Medien hatten zuvor über den Vorfall berichtet.
In einem WhatsApp-Status hatte Henning am vergangenen Freitag die Redakteurin Sandra Dorn der »Neuen Osnabrücker Zeitung« als »ätzend« bezeichnet. Neben einem Artikel kritisierte Henning auch die Frisur der Journalistin.
Im Anschluss löschte der 59-Jährige seinen Status, bat die Journalistin um Entschuldigung und räumte gegenüber der Zeitung Fehler ein. Er werde seine »Kommunikation künftig stärker reflektieren und hinterfragen – und den Rat ›Erst denken, dann schreiben‹ beherzigen«, kündigte Henning an.
Der SPD-Unterbezirk verurteilte den Post. »Die Äußerung war falsch und respektlos«, teilte die Partei mit. »Persönliche Herabwürdigungen haben in der politischen Auseinandersetzung keinen Platz.«
CDU fordert Mandatsaufgabe
Die CDU forderte laut der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«, Henning müsse auch sein Abgeordnetenmandat aufgeben. »Jemand, der Frauen in einer derartigen Weise angreift und herabsetzt, ist unwürdig, ein öffentliches Mandat zu bekleiden«, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Verena Kämmerling.
Ob Henning sein Mandat tatsächlich aufgibt, ist unklar. Die Aufarbeitung gehe weiter, der Vorstand werde das weitere Vorgehen mit Henning beraten, hieß es von der SPD. Dabei lasse man sich nicht von öffentlichem Druck beeinflussen.
