SpOn 18.09.2026
16:03 Uhr

Frankreich: Rechtsextremer Polizist wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft


Ein französischer Polizist soll einen Terroranschlag geplant haben. Auf seinen Social-Media-Kanälen rief er zur Wiederherstellung der »christlichen Ordnung« auf. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Frankreich: Rechtsextremer Polizist wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft

In Frankreich steht ein 35-jähriger Polizist im Verdacht, einen Terrorakt vorbereitet zu haben. Er wurde am 27. August in Paris angeklagt und anschließend in Untersuchungshaft genommen. Als Anhänger einer rechtsextremen Gruppierung, die für ihre gewalttätigen Aktionen bekannt ist, drohte er, gegen den Staat und die Polizeibehörden vorzugehen. Dies erfuhr der Radiosender Franceinfo  am Freitag aus einer dem Fall nahestehenden Quelle und bestätigte damit eine Meldung des französischen Fernsehsenders TF1 .

Er wurde am 23. August festgenommen und nach 96 Stunden Polizeigewahrsam in Untersuchungshaft gebracht.

Ermittler finden Anleitung zur Waffenherstellung mit 3D-Drucker

Gegen den Mann wurde insbesondere Anklage erhoben wegen »individueller Vorbereitung zur Begehung einer terroristischen Handlung«. In diesem Zusammenhang wird ihm auch die »Herstellung oder unerlaubter Handel mit Kriegsmaterial, Waffen und Munition« sowie deren »unerlaubter Besitz« vorgeworfen. Der 35-Jährige wird zudem der »direkten Anstiftung zu einer terroristischen Handlung mittels eines … öffentlichen Online-Kommunikationsdienstes« beschuldigt. Die Ermittlungen wurden einem Ermittlungsrichter für Terrorismusbekämpfung übertragen.

Der Beamte ging offenbar unbehelligt seiner Tätigkeit als Polizist nach, während seine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken bereits auffällig waren. Dort veröffentlichte er Beiträge, in denen er zur Wiederherstellung der »christlichen Ordnung« und zu Sabotageakten aufrief. Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Ermittler unter anderem einen Plan zur Herstellung von Waffen mittels 3D-Drucker sicher. Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP haben die Anwälte des Polizisten bislang nicht geantwortet.

Rechtsextremer Terrorismus besorgt französische Behörden

In jüngster Vergangenheit kommt es vermehrt zu rechtsextremen Vorfällen in Frankreich. Derzeit wird am Strafgericht in Paris auch der Fall von Rémy Daillet verhandelt. In diesem Fall geht es um eine Splittergruppe, die das Ziel gehabt habe, den Staat »unter Achtung des höheren moralischen Gesetzes, notfalls unter Blutvergießen« zu stürzen.

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Daillet und seine Mitstreiter hatten bereits gewalttätige Aktionen gegen 5G-Sendeanlagen und eine Gendarmeriestation durchgeführt. Unter den Männern, die sich ihrem Kampf angeschlossen hatten, befinden sich ebenfalls besorgniserregende Profile, darunter zwei pensionierte Soldaten.

jmm