SpOn 28.07.2026
18:16 Uhr

Gianni Infantino: Fifa-Boss will Anteile an Fußball-WM verkaufen


Ein neues Unternehmen soll künftig die Fußball-WM organisieren. Dafür fischt Fifa-Chef Gianni Infantino in der Trump-Welt. Die Uefa reagiert empört.

Gianni Infantino: Fifa-Boss will Anteile an Fußball-WM verkaufen

Die Fifa will Anteile an der Fußball-WM verscherbeln: Einer Mitteilung zufolge will die Fußballorganisation dadurch Milliarden an Dollar erlösen. Künftige Weltmeisterschaften sollen dann unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheitseigentümer der Weltverband wäre.

Wie die »Times« , der »Telegraph«  und die »Financial Times«  berichten, sollen schon vorläufige Vereinbarungen über die Bedingungen eines Deals unterzeichnet worden sein. Dieser könnte einen Wert von umgerechnet mehr als 17 Milliarden Euro haben.

Nach Angaben der Fifa sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und der Frauen-WM sowie der Club-WM gebündelt. Laut »Times« könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen.

Trump, Kushner, JPMorgan

Den Berichten zufolge sei die Regierung von US-Präsident Donald Trump bezüglich des Plans konsultiert worden. Die Firma von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner soll die Investorengruppe anführen. Die Investmentbank JPMorgan soll den Prozess abwickeln. Fifa-Boss Gianni Infantino, der laut Statuten nur bis 2031 Fifa-Präsident bleiben darf, könnte anschließend Kommissar oder Geschäftsführer der neuen Organisation werden.

Die Uefa schreibt in einer ersten Stellungnahme von einer Grenze, die überschritten worden sei. »Die Uefa nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun. Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der Fifa, ihn zu verkaufen.«

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Da ein Großteil der Einnahmen an die 211 Mitgliedsverbände geht, dient Infantino das Geld als Machtinstrument. Der Fifa-Chef will sich im kommenden Jahr bis 2031 im Amt bestätigen lassen. Laut dem »Guardian« sollen mehr als 200 Verbände ein Unterstützerschreiben für Infantinos Wiederwahl unterzeichnet haben. Die britische Zeitung berichtet, dass die Fifa durch das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada rund 13,1 Milliarden Euro eingenommen habe.

hba/dpa/sid