SpOn 09.09.2026
07:28 Uhr

Großbritannien: Airlines fordern Konsequenzen nach über 1000 Flugausfällen


Wegen einer technischen Störung bei der Flugsicherung sind in Großbritannien zahlreiche Flüge ausgefallen. Betroffene Airlines fordern nun personelle Konsequenzen – während Fluggäste weiter Geduld brauchen.

Großbritannien: Airlines fordern Konsequenzen nach über 1000 Flugausfällen

In Großbritannien hat das Chaos an Flughäfen infolge einer technischen Störung am Mittwoch angehalten. Laut der Tracking-Website Flightradar24 wurden bereits 177 für Mittwoch geplante Flüge annulliert, nachdem tags zuvor insgesamt 1300 Flüge von und zu britischen Flughäfen gestrichen worden waren. Fast alle der am Mittwoch gestrichenen Flüge betrafen Großbritanniens größten und verkehrsreichsten Flughafen London-Heathrow.

»Die Arbeiten zur Unterstützung von Fluggesellschaften und Flughäfen bei der Bewältigung der heutigen Störungen dauern an«, erklärte die britische Flugsicherung NATS. Das Wiederherstellen des Normalbetriebs gestalte sich »äußerst komplex« und habe dem gesamten Luftverkehrsnetz Schwierigkeiten bereitet. Es werde »einige Zeit dauern, bis sich der Betrieb wieder vollständig normalisiert hat«.

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Bereits am Dienstag hatte die Störung bei der britischen Flugsicherung NATS zu Behinderungen und Flugausfällen an mehreren großen Flughäfen geführt. Betroffen ‌von Verspätungen und Einschränkungen waren unter anderem London-Heathrow, Gatwick, Stansted und Manchester sowie die irische Hauptstadt Dublin.

Auch Lufthansa-Flüge betroffen

Auch die Airlines der Lufthansa-Gruppe mussten einzelne Flüge umleiten oder annullieren, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Betroffene Fluggäste würden automatisch umgebucht. British Airways sprach ebenfalls von Störungen. Bei der Flugsicherung hieß es, das Problem mit dem Flugdaten-Verarbeitungssystem sei inzwischen gelöst. Eine vollständige Normalisierung des Flugbetriebs werde jedoch Zeit benötigen.

Die erneute Panne rief Kritik der Billigfluggesellschaften Wizz Air und Ryanair hervor. Ein Anbieter kritischer nationaler Infrastruktur dürfe das Luftfahrtsystem nicht wiederholt zum ‌Stillstand bringen, erklärte ein Wizz-Air-Sprecher. »NATS ist in seiner jetzigen Form einfach nicht ​zweckmäßig.«

Gestrandete Passagiere am Flughafen Heathrow

Gestrandete Passagiere am Flughafen Heathrow

Foto: Henry Nicholls / AFP

Ryanair-Betriebschef Neal McMahon ‌forderte den Rücktritt von NATS-Chef Martin Rolfe. Nach dem Zusammenbruch 2023 sei den Airlines versprochen worden, dass die Systeme repariert seien und die Widerstandsfähigkeit verbessert werde. »Und doch sind wir wieder hier«, sagte McMahon. Die Flugsicherung äußerte sich zunächst nicht zu der Kritik. Die britische Zivilluftfahrtbehörde (CAA) ‌kündigte an, einen vollständigen Bericht von NATS anzufordern, um über mögliche weitere Schritte zur Sicherung der Zuverlässigkeit des Systems zu entscheiden.

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In der Vergangenheit hatte es in Großbritannien wiederholt Probleme ‌mit der Flugsicherung gegeben. Im Jahr 2023 ​hatte eine Fehlfunktion bei der automatischen Verarbeitung ‌von Flugplänen ein Chaos im britischen Luftraum ausgelöst. Den Airlines entstanden durch ‌den damaligen Vorfall ​Kosten von mehr als 100 Millionen Pfund für Entschädigungen und Rückerstattungen. Die Luftfahrtbehörde forderte NATS daraufhin im Jahr 2024 auf, ​die Notfallpläne zu überarbeiten. Im Juli 2025 führte ⁠zudem ein Radarausfall dazu, dass der Flugbetrieb ​an mehreren ​Flughäfen für mehr als vier Stunden unterbrochen werden musste.

mic/AFP/Reuters