Der neue britische Premier Andy Burnham hat sich deutlich zum Thema Brexit positioniert: »Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt«, sagte er in seiner ersten Parteitagsrede als Labour-Chef über den 2016 per Referendum beschlossenen EU-Austritt seines Landes. Im Umfeld des nächsten Gipfels mit der Europäischen Union will er deshalb mehrere Möglichkeiten für eine langfristige Beziehung zu den europäischen Partnern darlegen.
Burnham hat damit eine Grundsatzdebatte über die künftigen Beziehungen seines Landes zur Europäischen Union angestoßen und dabei eine mögliche Rückkehr in die EU nicht ausgeschlossen. Man müsse ohne Scheuklappen prüfen, wie es weitergehe, sagte Burnham am Mittwoch dem Sender BBC. Die Optionen reichten vom Beibehalten des Status quo über eine Zollunion bis hin zu einer Rückkehr in den EU-Binnenmarkt. »Oder wir könnten den ganzen Weg gehen«, fügte er hinzu und deutete damit einen Wiederbeitritt an.
Burnham, der erst im Juli Keir Starmer an der Regierungsspitze abgelöst hatte, will bei einem britisch-europäischen Gipfel im November Optionen für das langfristige Verhältnis zur EU skizzieren. Er hatte bereits früher erklärt, er würde es begrüßen, wenn Großbritannien noch zu seinen Lebzeiten wieder der EU beitreten würde. Das Land könne sich kein weiteres Jahrzehnt der Unsicherheit in dieser Frage leisten, so der Premier.
Am 23. Juni 2016 hatte eine knappe Mehrheit von 51,9 Prozent der Briten für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gestimmt. Vollzogen wurde der Brexit dann Ende Januar 2020, Anfang 2021 verließ Großbritannien nach einer Übergangsphase die Zollunion und den EU-Binnenmarkt.
Lesen Sie hier mehr zum Thema: Er zeichnet ein düsteres Bild Großbritanniens, wird persönlich und versprüht dennoch Hoffnung: Andy Burnham hat mit seiner ersten Parteitagsrede als Premier ein Programm für die kommenden Jahre vorgelegt. Womöglich für ein ganzes Jahrzehnt.
