Das Bundesamt für Verfassungsschutz befürchtet neue Gefahren durch die proiranische Gruppe Harakat Ashab al-Jamin al-Islamija (Haji) in Europa. »Neu ist die Warnung Hajis, sich nunmehr nicht mehr nur auf ›einfache‹ Angriffe zu beschränken, sondern langfristig auch gefährlichere Tatmittel einzubeziehen«, erklärte die Behörde auf Anfrage des »Handelsblatts«. Soll heißen: Statt Brandstiftungen könnte die Gruppe künftig auch Anschläge mit Sprengstoff oder Waffen verüben.
Seit Anfang März waren in Europa mehrere jüdische und US-amerikanische Einrichtungen angegriffen worden, darunter auch ein israelisches Restaurant in München. Zu den Taten habe sich Haji mittels Videos bekannt, teilte der Verfassungsschutz mit. Sie erfolgten demnach »jeweils in den Nacht- oder frühen Morgenstunden«, Verletzte oder Tote gab es bislang nicht.
Der Tatort in München
Foto: Peter Kneffel / dpaDer Verfassungsschutz vermutet hinter der Gruppierung ein irakisch-schiitisches Netzwerk. Das zeige sich etwa dadurch, dass sie einschlägige Social-Media-Kanäle nutzt, um über ihre Aktivitäten zu berichten, so die Behörde. Haji benenne »zudem neuerdings klar ihre politische Motivation hinter den Taten und droht offen israelischen Einrichtungen sowie den sogenannten ›Feinden des Islams‹ in Europa«.
Viele der Taten, die die Gruppe für sich reklamiert, ereigneten sich im Großraum London. Dort waren in den vergangenen Wochen sechs Ziele angegriffen worden, etwa ein jüdischer Rettungsdienst und mehrere Synagogen. Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis sprach auf X von einer »Kampagne der Gewalt und Einschüchterung« gegenüber Juden. Premierminister Keir Starmer verurteilte die Taten.
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Die Polizei erklärte nach dem jüngsten Vorfall, noch könne kein Zusammenhang zu ähnlichen Brandanschlägen hergestellt werden. Es gebe aber »Ähnlichkeiten«.
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