SpOn 29.09.2026
13:24 Uhr

Hannover: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lehrkräfte nach Tod eines Elfjährigen


Auf einer Klassenfahrt stirbt ein Schüler kurz nach dem Mittagessen – wohl wegen eines anaphylaktischen Schocks. Nun ermitteln die Behörden wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen.

Hannover: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lehrkräfte nach Tod eines Elfjährigen

Er klagte über Atemnot, verlor das Bewusstsein, dann starb er: Nach dem Tod eines elfjährigen Schülers während einer Klassenfahrt in Niedersachsen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover nun gegen zwei Lehrkräfte. Dabei geht es um den Verdacht der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde. Details zu den Vorwürfen nannte sie nicht. Für die Tatverdächtigen gelte die Unschuldsvermutung. Zuvor hatte die »Hannoversche Allgemeine Zeitung« berichtet .

Der Junge hatte am 18. Juni in einem Schullandheim in Aerzen im Landkreis Hameln-Pyrmont über Atemnot geklagt und das Bewusstsein verloren. Die Lehrkräfte leiteten Rettungsmaßnahmen ein und wurden telefonisch von der Rettungsleitstelle angeleitet. Ein Hubschrauber wurde alarmiert. Alle Rettungsversuche blieben aber ohne Erfolg. Nach dem Vorfall hatte die Polizei mitgeteilt, es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gebe es Hinweise auf einen anaphylaktischen Schock als Todesursache – also eine lebensbedrohliche allergische Reaktion, sagte die Sprecherin. Der Elfjährige habe etwa allergisch auf Kuhmilch reagiert. Es werde noch ermittelt, ob dies mit seinem Tod in Zusammenhang stehe und was den möglichen anaphylaktischen Schock ausgelöst habe. Sie sagte, die Staatsanwaltschaft habe ein allergologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses liege bisher nicht vor. Hinweise auf andere mögliche Todesursachen gebe es nicht.

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Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, etwa 20 Minuten vor dem Zusammenbruch des Jungen soll es ein gemeinsames Mittagessen gegeben haben. Geklärt werden solle nun auch, was in diesen 20 Minuten vorgefallen sei. Für die Klassenfahrt hatte der Elfjährige den Angaben zufolge einen Notfall-Pen mit Adrenalin dabei. Dieser sei aber nicht zum Einsatz gekommen.

Während des Einsatzes im Juni betreuten die Lehrkräfte rund 50 Schulkinder aus vierten Klassen einer Grundschule in der Region Hannover und hielten sie von den Rettungsmaßnahmen fern. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Kinder und die Lehrkräfte.

jml/bbr/dpa