Der Tropensturm »Lala« ist unmittelbar vor Hawaii zu einem Hurrikan geworden und hat auf der größten Insel der Inselgruppe für Überschwemmungen, Stromausfälle und Straßensperren gesorgt. Das US-Hurrikanzentrum stufte »Lala« am Samstagmorgen (Ortszeit) als Hurrikan der Kategorie 1 ein. Die anhaltenden Windgeschwindigkeiten haben demnach 120 Kilometer pro Stunde erreicht.
Die Meteorologen hatten prognostiziert, dass die sogenannte Eyewall im Zentrum des Sturms mit den stärksten Winden im Laufe des Samstags über oder nahe der Südspitze von Big Island, der Hauptinsel Hawaiis, hinwegzieht. Es war also nicht ausgemacht, ob »Lala« als Hurrikan auf Land trifft. Offenbar hat Big Island Glück gehabt: Gegen 16.00 Uhr war das Auge des Hurrikans etwa 55 Kilometer südlich der Südspitze positioniert – und bewegte sich dann wie prognostiziert weiter Richtung Westen und damit an der Insel vorbei.
Ocean View (Hawaii): Ein Fahrzeug fährt während des Hurrikans »Lala« an einem umgestürzten Strommast vorbei
Foto: Stephen Lam / San Francisco Chronicle / AP / dpaGleichwohl brachte »Lala« zerstörerische Winde und massive Niederschläge auf Hawaiis größte Insel. Infolge des Sturms fiel dort bis zum frühen Samstagabend (Ortszeit) für mehr als 60.000 Haushalte der Strom aus, wie die US-Webseite Poweroutage.us zeigte. Das sind mehr als 70 Prozent aller erfassten Anschlüsse. Örtliche Medien berichteten auf der Insel mit rund 200.000 Einwohnern von umgestürzten Bäumen, Straßensperren und Überschwemmungen.
Zehntausende ohne Strom
Der öffentliche Nahverkehr auf Big Island wurde eingestellt, Parks und Strände geschlossen. Am Flughafen der Stadt Hilo waren für den Rest des Tages keine Flüge mehr geplant, der Flughafen von Kona sollte am Nachmittag geschlossen werden. Dutzende Flüge innerhalb Hawaiis und zum US-Festland wurden gestrichen oder geändert.
Überschwemmte Straße in Volcano Village (Hawaii)
Foto: Jill K. Briggs / AFPDas Zentrum des Hurrikans der Kategorie 1 zog südlich an der Insel vorbei in westlicher Richtung, wie das US-Hurrikanzentrum (NHC) berichtete. Noch bis in die Nacht sei auf Big Island allerdings mit Windböen in Hurrikanstärke zu rechnen. Die Behörde rechnete an den windzugewandten Seiten von Big Island im Verlauf des Sturms mit insgesamt 30 bis 50 Zentimetern Regen. Es bestehe weiter die Gefahr von Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichem Wellengang, erklärte das NHC. Bewohner sollten in sicheren Unterkünften verbleiben.
Auch den kleineren Inseln des Bundesstaats – darunter Maui, Oahu, Kauai und Niihau – drohen trotz größerer Entfernung zum Zentrum des Sturms bis einschließlich Sonntag gefährlich starke Winde und heftige Niederschläge, warnte das NHC weiter.
Ein Hurrikan der Kategorie 1 von 5 kann anhaltende Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 153 Kilometern pro Stunde mit sich bringen. Der NHC-Prognose zufolge wird sich der Wirbelsturm »Lala« im Verlauf der Woche abschwächen und weiter langsam nach Westen über den Pazifik ziehen.
