SpOn 18.03.2026
15:49 Uhr

Iran: Fußballerinnen kehren nach Schweigen bei Hymne in Heimat zurück


Sie haben während der Nationalhymne beim Asien-Cup in Australien geschwiegen und wurden danach angefeindet. Jetzt ist das Team Iran zurück im Heimatland. Wohl auch die Fußballerinnen, die zwischenzeitlich Asyl beantragten.

Iran: Fußballerinnen kehren nach Schweigen bei Hymne in Heimat zurück

Nach dem Wirbel um ihr Schweigen beim Asien Cup sind die iranischen Fußballerinnen in ihrem Heimatland angekommen. Die Spielerinnen der Fußballnationalauswahl und Mitglieder des Trainerstabs seien über einen Grenzübergang in der Osttürkei in iranisches Staatsgebiet eingereist, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars.

Die Spielerinnen waren zuvor am Istanbuler Flughafen gelandet und haben sich über Land auf den Weg nach Iran gemacht. Der Luftraum über Iran ist wegen des Kriegs gesperrt, die Hauptstadt Teheran liegt mehr als 2000 Kilometer von Istanbul entfernt.

Mehr zum Thema

In der vergangenen Woche hatten die Spielerinnen beim ersten Gruppenspiel in Australien während der Nationalhymne geschwiegen – in Iran wurde das als Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Ein TV-Moderator bezeichnete sie später als »Verräterinnen», auch wenn die Spielerinnen bei den folgenden Partien wieder mitsangen und salutierten.

Ursprünglich hatten sieben Fußballerinnen nach dem Aus bei dem Turnier Asyl in Australien beantragt. Fünf zogen den Antrag später zurück. Beobachter befürchten, dass den Frauen in Iran schlimme Konsequenzen drohen könnten oder dass ihre Familien unter Druck geraten, falls sie nicht zurückkehren sollten.

Iranische Fußballerin Atefeh Ramezanisadeh bei einem Training in Brisbane

Iranische Fußballerin Atefeh Ramezanisadeh bei einem Training in Brisbane

Foto: Brisbane Roar / dpa

Der iranische Fußballverband erklärte vergangene Woche, dass diejenigen, die ihre Entscheidung geändert hätten, gemeinsam mit dem Rest der Mannschaft nach Hause reisen würden.

Zwei Spielerinnen befinden sich weiterhin in Australien und wurden beim Training mit einem lokalen A-League-Club aus Brisbane fotografiert.

jan/dpa/Reuters