SpOn 09.03.2026
10:07 Uhr

Iran: Sorge um Fußballerinnen vor Rückkehr in die Heimat – Reza Pahlavi bittet Australien um Schutz


Erst haben sie geschwiegen, dann sangen sie: Nun steht für das iranische Fußballteam der Heimflug nach dem Asien-Cup an. Der Sohn des gestürzten Schahs sieht das Team bedroht und bittet Australien um Hilfe.

Iran: Sorge um Fußballerinnen vor Rückkehr in die Heimat – Reza Pahlavi bittet Australien um Schutz

Die iranische Frauenfußballnationalmannschaft muss nach dem Aus bei der Asienmeisterschaft in Australien über ihre Rückreise nach Iran entscheiden. Irans Cheftrainerin Marziyeh Jafari sagte laut der australischen Nachrichtenagentur AAP, das Team wolle »so schnell wie möglich« zurückkehren. »Ich möchte bei meinem Land und meiner Heimat sein«, zitierte die Agentur Jafari nach einer Pressekonferenz.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International warnen jedoch vor einer Rückkehr und drohender Verfolgung in der Heimat. Der Grund: Die Nationalspielerinnen hatten beim Vorrundenspiel der Asienmeisterschaft in Australien gegen Südkorea (0:3) darauf verzichtet, die Nationalhymne zu singen. In Iran gilt das vielen als offener Protest gegen die Führung, die sich im Krieg mit den USA und Israel befindet. Die Spielerinnen waren nach ihrem Schweigen im Staatsfernsehen als »Kriegsverräter« bezeichnet worden. Beim zweiten Spiel gegen Australien (0:4) sangen sie die Hymne dann mit und salutierten.

Lesen Sie hier eine Analyse über ein Team, dessen Auftreten längst mehr bedeutet als nur Fußball.

Vor dem letzten Vorrundenduell mit den Philippinen am Sonntag (0:2), das das Aus in der Gruppenphase besiegelte, sangen die Spielerinnen erneut die Hymne mit. Bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses vom Spielort kam es zu Protesten, Demonstrierende skandierten unter anderem: »Rettet unsere Mädchen«, »Lasst sie gehen« und »Regimewechsel für Iran«.

Fans versuchen nach dem Spiel einen Bus zu blockieren, in dem iranische Spielerinnen sitzen

Fans versuchen nach dem Spiel einen Bus zu blockieren, in dem iranische Spielerinnen sitzen

Foto: Dave Hunt / AAP / dpa

Seit Monaten sind iranische Athletinnen Symbolfiguren im Spannungsfeld zwischen sportlicher Repräsentation und politischer Unterdrückung. Das Regime in Teheran erwartet Loyalität, das Ausland sieht in ihnen Gesichter des Widerstands. Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten ist der schmale Grat zwischen Anpassung und Haltung noch einmal gefährlicher geworden.

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Auch Reza Pahlavi, der älteste Sohn des ehemaligen Schahs, meldete sich zu Wort. Er positioniert sich aus dem Exil heraus seit Jahren als möglicher Anführer eines demokratischen Übergangs in Iran und rief Australiens Regierung auf der Plattform zum Schutz des Teams auf: »Aufgrund ihres mutigen Akts zivilen Ungehorsams, indem sie sich weigerten, die Nationalhymne des derzeitigen Regimes zu singen, müssen sie bei einer Rückkehr in Iran mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen.« Er fordere die australische Regierung auf, ihre Sicherheit zu gewährleisten und ihnen jede notwendige Unterstützung zukommen zu lassen.

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Australien hat bislang keine Aussagen zu einem möglichen Asyl für die Fußballerinnen gemacht.

luc/sid/AP