SpOn 29.04.2026
05:36 Uhr

Iran-Krieg: Donald Trump lässt offenbar längere Blockade Irans vorbereiten


US-Präsident Trump prahlt zwar damit, man habe Iran »militärisch besiegt«, einem Bericht des »Wall Street Journal« zufolge will er das Land nun jedoch wirtschaftlich unter noch größeren Druck setzen. Und: Laut Uno passieren kaum noch Schiffe die Straße von Hormus. Der Überblick.

Iran-Krieg: Donald Trump lässt offenbar längere Blockade Irans vorbereiten

Es herrscht derzeit zwar eine Waffenruhe zwischen Iran und den USA. Aber die Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden stocken. Und wie es in dem Konflikt weitergehen soll, ist unklar (mehr dazu hier ). Trotzdem hat US-Präsident Donald Trump nun seine Behauptung wiederholt, das Regime in Teheran sei bezwungen. »Wir haben diesen speziellen Gegner militärisch besiegt«, sagte er am Dienstag (Ortszeit) bei einem Staatsbankett zu Ehren des britischen Königs Charles III. im Weißen Haus (mehr dazu hier ).

Zugleich will Trump offenbar den Druck auf das Regime erhöhen. Wie das »Wall Street Journal«  berichtet, wies der Präsident seine Berater an, sich auf eine verlängerte Blockade Irans vorzubereiten. Die Zeitung beruft sich dabei auf namentlich nicht genannte US-Beamte. Bei jüngsten Treffen habe sich Trump dafür entschieden, die iranische Wirtschaft und die Ölexporte weiter unter Druck zu setzen, indem er den Schiffsverkehr zu und von den iranischen Häfen unterbinde, heißt es in dem Bericht. Er ist demnach überzeugt, dass seine anderen Optionen – darunter die Wiederaufnahme von Bombenangriffen oder ein Rückzug aus dem Konflikt – mit einem höheren Risiko verbunden seien als die Aufrechterhaltung der Blockade.

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Iran hat mit Angriffen und Drohungen die Schifffahrt durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht: Laut aktuellen Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Schiffe, die die Meerenge passieren, seit Kriegsbeginn um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Teheran nutzt diese Strategie als wichtiges Druckmittel in den Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Kriegs. Die Trump-Regierung hat ihrerseits eine Seeblockade gegen Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden.

Die doppelte Blockade der Straße von Hormus treibt die Spritpreise in den Vereinigten Staaten auf Höchststände: Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten die Menschen dort am Dienstag im Schnitt 4,18 US-Dollar (3,57 Euro) zahlen, erklärte der Automobilverband AAA. Zu Beginn des Irankriegs lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 Dollar. Seither ist der Preis also um rund 40 Prozent gestiegen.

Die US-Regierung versucht auch, die noch verbliebenen Lücken bei den Sanktionen gegen Iran zu schließen – und verschärft damit auch die Spannungen mit China. Das Finanzministerium in Washington droht  Banken und Finanzdienstleistern mit Strafen, sollten sie Geschäfte mit sogenannten Teekannen-Raffinerien in der Volksrepublik machen. So werden vergleichsweise kleine und unabhängige Anlagen bezeichnet, die Öl aus mit Sanktionen belegten Ländern wie Iran billig aufkaufen und zu Benzin verarbeiten. Laut Medienberichten gehen etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China.

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US-Finanzminister Scott Bessent erklärte , seine Behörde gehe gegen die internationale Finanzinfrastruktur Irans vor, gegen den Zugang zu Kryptowährungen, die »Schattenflotte« aus Schiffen mit verschleierter Eigentümerschaft, Netzwerke zur Waffenbeschaffung, die Finanzierung verbündeter Milizen im Nahen Osten und gegen die chinesischen »Teekannen«-Raffinerien. Dadurch seien dem Regime in Teheran Einnahmen in Milliardenhöhe entgangen.

  • Mehr Hintergründe: Iran bietet an, die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen, wenn die USA ihre Seeblockade beenden. Warum der Vorschlag Donald Trump in die Enge treibt und wie es jetzt weitergehen könnte .

aar/dpa/AFP/Reuters