Erstmals seit Beginn der Waffenruhe im Irankrieg vor knapp vier Wochen haben sich die Spannungen am Persischen Golf wieder deutlich verschärft. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, nach einem iranischen Drohnenangriff in einem Industriegebiet der Hafenstadt Fudschaira sei ein Großbrand ausgebrochen. Außerdem habe die emiratische Flugabwehr zwölf ballistische Raketen, drei Marschflugkörper und vier Drohnen bekämpft.
In mehreren Regionen des Golfstaats war am Montag Flugabwehrfeuer zu hören gewesen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Emirate würden ihre Sicherheit und Souveränität schützen und behielten sich das »volle und legitime Recht« vor, auf die Angriffe im Einklang mit dem Völkerrecht zu reagieren, teilte das Außenministerium mit.
Bereits im März war in Fudschaira nach einem iranischen Angriff ein Feuer ausgebrochen
Foto: Altaf Qadri / AP / dpaIran bestätigte den Angriff auf Ölanlagen im Hafen von Fudschaira. Er sei zunächst nicht geplant gewesen, sagte ein namentlich nicht genannter Militärvertreter dem staatlichen iranischen Rundfunk. Der Angriff sei jedoch Ergebnis des »Abenteurertums der US-Armee«, hieß es zur Begründung. Konkret nannte der Vertreter eine »illegale Passage von Schiffen durch verbotene Routen der Straße von Hormus«. Dafür müsse die US-Marine Rechenschaft ablegen.
Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Angriffe auf X: »Unsere Solidarität gilt den Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und unseren Partnern in der Region.« Die Emirate waren schon zu Kriegsbeginn besonders von iranischen Angriffen betroffen, mit denen Teheran seinerseits auf Angriffe der USA und Israels reagiert hatte.
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind erneut Opfer iranischer Drohnen- und Raketenangriffe geworden. Diese Angriffe verurteilen wir scharf. Unsere Solidarität gilt den Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und unseren Partnern in der Region.
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) May 4, 2026
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USA versenken Boote
Zuvor war es nach US-Angaben zu Zwischenfällen auf See gekommen, bei denen die USA mehrere iranische Schiffe zerstört hätten. Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social von sieben »kleinen Booten«, der Kommandeur des Regionalkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, berichtete von sechs versenkten Booten. Unabhängig überprüfen ließ sich das zunächst nicht. CNN zitierte Admiral Cooper mit der Aussage, dass Iran zuvor mehrere Marschflugkörper, Drohnen und kleine Boote gegen US-Kriegsschiffe sowie geschützte Handelsschiffe eingesetzt habe. Die iranischen Boote seien daraufhin von US-Hubschraubern angegriffen worden. Trump schrieb, Iran habe auch unbeteiligte Nationen angegriffen – darunter ein südkoreanisches Frachtschiff. »Vielleicht ist es für Südkorea an der Zeit, sich der Mission anzuschließen!«, schrieb Trump.
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Was Trump damit meint: Südkorea prüft nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap Informationen, wonach ein Schiff einer südkoreanischen Reederei in der Straße von Hormus angegriffen wurde. Auf dem unter panamaischer Flagge fahrenden Schiff, das in Gewässern nahe den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Anker lag, sei nach einer Explosion ein Brand ausgebrochen.
Trump hatte am Sonntag den Start einer Initiative mit dem Titel »Projekt Freiheit« für Montag verkündet. Sie sollte darauf abzielen, die Meerenge wieder für die Schifffahrt freizumachen. Zerstörer seien durch die Straße von Hormus in den Persischen Golf eingefahren, teilte Centcom später mit. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können. Unabhängige Bestätigungen gab es nicht.
