SpOn 20.07.2026
11:44 Uhr

Jens Spahn: Unionsfraktion will erst in der kommenden Woche über Nachfolge entscheiden


Jens Spahn musste wegen seiner widersprüchlichen Haltung zur Leihmutterschaft als Fraktionschef zurücktreten. Kommende Woche soll über seine Nachfolge abgestimmt werden, über mögliche Kandidaten wird bereits spekuliert.

Jens Spahn: Unionsfraktion will erst in der kommenden Woche über Nachfolge entscheiden

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird am 29. Juli zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die Nachfolge von Jens Spahn an der Fraktionsspitze zu entscheiden. Das kündigte der Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Friedrich Merz in Abstimmung mit CSU-Chef Markus Söder in einer Sitzung des CDU-Präsidiums an.

Unklar ist bisher, wann Merz und Söder ihren Kandidaten für die Nachfolge bekannt geben wollen. Die beiden haben das Vorschlagsrecht für den Posten. An einem gemeinsamen Personalvorschlag werde derzeit noch gearbeitet, hieß es.

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Die Sondersitzung soll am 29. Juli um 14 Uhr stattfinden. Die Abgeordneten der Fraktion werden dafür aus der parlamentarischen Sommerpause geholt. Interimsfraktionschef Alexander Hoffmann (CSU) und der Parlamentarische Geschäftsführer Steffen Bilger (CDU) schrieben den Mitgliedern der Unionsfraktion eine SMS, die dem SPIEGEL vorliegt: »Unsere Parteivorsitzenden von CDU und CSU sind derzeit damit befasst, einen Personalvorschlag für den Fraktionsvorsitz zu erarbeiten. In diesem Prozess wird die Einbindung der Fraktion sichergestellt.«

In der Nachricht informieren die beiden die Abgeordneten über den Termin der Sondersitzung, die in Präsenz im Reichstagsgebäude stattfinden wird. »Wir bitten daher, Eure Anreise nach Berlin zu organisieren.«

Das CDU-Präsidium war am Vormittag in Berlin zusammengekommen, um das weitere Vorgehen nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Spahn zu besprechen. Darüber will später am Tag auch der Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter Vorsitz von Hoffmann in einer Schalte beraten.

Merz hatte deutlich gemacht, dass er die Spahn-Nachfolge zügig regeln will.  Er hatte dazu am Wochenende schon Gespräche mit CSU-Chef Söder geführt.

Mehrere Namen zur möglichen Nachfolge kursieren

Nicht auszuschließen ist, dass es im Zuge der Neubesetzung auch zu personellen Veränderungen im Kabinett kommt. »Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken«, sagte Merz im ZDF-»Sommerinterview«. Er verwies zugleich aber wiederholt darauf, dass er dort im Konjunktiv spreche.

Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte ihren Sohn Georg zur Welt. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn in der CDU mitgetragen hat. In der Union, für die die Leihmutterschaft ein emotional sehr aufgeladenes Thema ist, brach ein Sturm der Empörung los. Am Samstag beugte sich Spahn dem Druck, der auch von Merz kam. Er informierte die Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion über seinen Rücktritt.

Über die mögliche Nachfolge von Spahn an der Spitze der Unionsfraktion wird bereits spekuliert. Mehrere Namen zirkulieren. Besonders hoch gehandelt wird derzeit Kanzleramtschef Thorsten Frei. Der Name Alexander Dobrindt fällt ebenfalls immer wieder. Er ist derzeit Innenminister.

Lesen Sie hier mehr zu der  möglichen Nachfolge von Jens Spahn: »Aktenfresser« oder Frauenchefin – diese Kandidaten könnten Spahns Nachfolger werden.

cte/asc/jpe/dpa