SpOn 22.09.2026
21:26 Uhr

Jordaniens König: Israel will palästinensisches Leben in Gaza auslöschen


Bei der Uno-Generaldebatte hat der jordanische König Abdullah II. scharfe Worte für das israelische Vorgehen in Gaza und im Westjordanland gefunden. Von der internationalen Gemeinschaft forderte er Sanktionen.

Jordaniens König: Israel will palästinensisches Leben in Gaza auslöschen

Jordaniens König Abdullah II. hat Israel im Konflikt mit den Palästinensern schwerste Verstöße gegen internationales Recht vorgeworfen. Israels Vorgehen im Gazastreifen sei »ein Versuch, palästinensisches Leben auszulöschen und eine neue Realität am Boden zu schaffen«, sagte der Monarch bei der Uno-Generaldebatte in New York. In Gaza herrsche »eine der weltweit längsten Besatzungen«. Das werfe die Frage auf: »Wenn das Völkerrecht über Jahrzehnte ignoriert werden kann, was genau ist dieses Recht dann wert?«

Auch im Westjordanland gebe es beim Vorgehen Israels eine grundlegende Verschiebung, so der König weiter. »Was einst ein schleichender Prozess war, ist explodiert in etwas viel Aggressiveres«, sagte er. Abdullah II. sprach von »Zwangsvertreibung« im Westjordanland durch Israel, die ein Kriegsverbrechen darstelle.

Die Weltgemeinschaft würde den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nur noch »managen« und ihn nicht angehen. »Wir haben Werkzeuge: Sanktionen, Einfrieren von Vermögen, Embargos, diplomatische Isolation. Und wir haben sie schon anderswo eingesetzt. Aber mit Israel enden Resolutionen dort, wo sie begannen – auf dem Papier«, beklagte der Monarch.

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Jordanien fordert unverändert einen palästinensischen Staat entlang der Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Ein großer Teil der Bevölkerung in Jordanien hat palästinensische Wurzeln, darunter Königin Rania. Jordanien hat 1994 einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen und war damit nach Ägypten das zweite arabische Land, das Israel formell anerkannte.

Lesen Sie hier , wie Israelis sich für Palästinenser einsetzen – und dafür in ihrer Heimat zu Verrätern erklärt werden.

sei/dpa