Mit der Trump-Avenue in Ottawa ist es vorbei: Der Stadtrat der kanadischen Hauptstadt beschloss einstimmig, die nach dem US-Präsidenten benannte Straße in einem Wohngebiet umzubenennen. Er möge den Gedanken nicht, dass es »in unserer Stadt irgendetwas gibt, das den Namen von Donald Trump trägt, der seine Feindseligkeit gegenüber Kanada gezeigt hat«, erklärte Ottawas Bürgermeister Mark Sutcliffe am Mittwoch (Ortszeit).
Die Trump-Avenue befindet sich in einem begrünten Wohngebiet von Ottawa namens Central Park, in dem viele Straßennamen einen Bezug zu New York haben, der Heimatstadt des US-Präsidenten. Die Bewohner des Gebiets sollen nun eine Arbeitsgruppe bilden, um einen neuen Namen für ihre Straße zu finden. Eine Umbenennung soll dann im kommenden Jahr stattfinden.
Zwischen Kanada und den USA ist in den vergangenen Monaten ein Handelsstreit eskaliert, Washington und Ottawa überziehen sich gegenseitig mit hohen Zöllen (mehr dazu hier ). Im Zuge dieses Konflikts verfügte Trump unlängst, den zwischen den beiden Ländern liegenden Ontariosee in »Amerikasee« umzubenennen, was von kanadischer Seite entschieden zurückgewiesen wird.
Trump hatte den nördlichen Nachbarn der USA zudem immer wieder mit Überlegungen provoziert, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen.
EU und Kanada nähern sich weiter an – Trump grummelt
Als Konsequenz nähert sich Kanada immer weiter der EU an. Kanadas Premierminister Mark Carney zeigte sich zuletzt offen für die Idee einer Art EU-Sondermitgliedschaft für sein Land. »Wir begrüßen diesen Vorstoß«, sagte der liberale Politiker Mitte September in einer Rede vor dem Europäischen Parlament.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte angekündigt, Brüssel wolle »die Beziehung zu Kanada auf das höchstmögliche Niveau bringen« und schlug vor, das nordamerikanische Land zum »assoziierten« Mitglied der EU zu machen (mehr dazu hier). Eine reguläre EU-Mitgliedschaft Kanadas ist nach den geltenden Verträgen nicht möglich.
US-Präsident Trump hatte zuvor auf den Vorschlag von der Leyens mit einer Drohung reagiert. »Ich halte das für lächerlich«, sagte er auf den Vorschlag angesprochen. Falls er es als »feindseligen Akt« empfinden sollte, würde er hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen, warnte Trump vor Reportern.
Kanadas Premierminister Mark Carney wirbt im EU-Parlament für eine engere Partnerschaft. Doch wie könnte das neue transatlantische Bündnis genau funktionieren? Mehr hier in der Analyse.
