SpOn 14.03.2026
02:37 Uhr

Kennedy Center: Grenell verlässt Washingtoner Kultureinrichtung vor Renovierung


Als Präsident des Kennedy Centers sollte er »antiamerikanische Propaganda« abschaffen. Nun verlässt Richard Grenell die große Washingtoner Kultureinrichtung nach einem wilden Jahr – nur Monate vor einer zweijährigen Renovierung.

Kennedy Center: Grenell verlässt Washingtoner Kultureinrichtung vor Renovierung

Das mittlerweile umbenannte, renommierte Kennedy Center in Washington bekommt einen neuen Leiter. Der bisherige Präsident des »Trump Kennedy Centers«, Richard Grenell, werde von Matt Floca abgelöst, teilte US-Präsident Donald Trump am Freitag auf seiner Onlineplattform Truth Social mit.

Grenell habe »während der Übergangsphase hervorragende Arbeit bei der Koordination verschiedener Bereiche des Zentrums geleistet«, pries Trump den früheren US-Botschafter in Deutschland.

Matt Floca hat derzeit den Posten als Vizepräsident für Gebäudemanagement beim Kennedy Center inne. Laut seiner offiziellen Biografie verfügt er über Erfahrungen im Baumanagement und im Immobiliensektor.

Einmischung Trumps sorgte bei vielen Künstlern für Unwohlsein

Trump hatte das Kennedy Center nach seinem Amtsantritt im Januar vergangenen Jahres als »woke« angeprangert. Er setzte seinen Gefolgsmann Grenell als Präsidenten ein. Zudem besetzte Trump das Direktorium neu und ließ sich selbst zum Vorsitzenden wählen.

Im Dezember drückte er der angesehensten Kultureinrichtung in Washington zudem seinen Stempel auf  – sie trägt seitdem seinen Namen und heißt nun »Trump Kennedy Center«.

Kennedy Center in Washington: »Während der Übergangsphase hervorragende Arbeit geleistet«

Kennedy Center in Washington: »Während der Übergangsphase hervorragende Arbeit geleistet«

Foto: Mandel Ngan / AFP

Die Einmischung des Präsidenten sorgte auch bei vielen Künstlern für Unwohlsein. So erklärte der bekannte Komponist Philip Glass Ende Januar, dass er die Uraufführung seines Werks »Lincoln« über Abraham Lincoln im Kennedy Center abgesagt habe (mehr Informationen dazu hier). Unter der aktuellen Führung würden Werte vertreten, mit denen er sich nicht arrangieren könne.

Schon seit Trumps zweitem Amtsantritt sagten zahlreiche weitere Künstlerinnen, Künstler und Gruppen Auftritte am Kennedy Center ab. Unter ihnen: die Schauspielerin Issa Rae, das Musical »Hamilton«, der Banjo-Spieler Béla Fleck, die Opernsängerin Renée Fleming, die Martha Graham Dance Company, der »Wicked«-Komponist Stephen Schwartz sowie die Washington National Opera, die seit 1971 dort auftritt.

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Anfang Februar wurde das Kulturzentrum für eine Dauer von zwei Jahren geschlossen. Es soll ab dem 4. Juli renoviert werden.

Das 1971 eröffnete Kulturzentrum wurde nach dem 1963 ermordeten Demokraten John F. Kennedy benannt, der mit seiner Frau zu Lebzeiten Geld für den Bau gesammelt hatte. Es galt bis in jüngster Vergangenheit als über den Parteien stehende Einrichtung mit rund zwei Millionen Besuchern jährlich.

jon/AFP