SpOn 16.08.2026
14:36 Uhr

Libanon: Israel meldet Tötung von Hisbollah-Kommandeur im Südlibanon


Die israelische Armee hat bei Angriffen im Süden des Libanon mindestens elf Menschen getötet. Darunter laut eigenen Angaben einen ranghohen Kommandeur der Hisbollah.

Libanon: Israel meldet Tötung von Hisbollah-Kommandeur im Südlibanon

Bei zwei israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut mindestens elf Menschen getötet und 19 verletzt worden. Die israelische Armee hat dabei nach eigenen Angaben einen ranghohen Kommandeur der libanesischen Hisbollah getötet.

Es handelte sich um die tödlichsten Angriffe seit dem Inkrafttreten des vermeintlichen Waffenstillstands zwischen Israel und der Hisbollah Ende Juni. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur wurden bei einem Luftangriff auf ein Haus am Rande des Dorfes Ansar sieben Menschen, darunter drei Kinder, getötet und zwei weitere verletzt. Bei einem weiteren Angriff auf das Dorf Deir al-Zahrani seien vier Menschen getötet und 17 verletzt worden.

Die israelische Armee erklärte, sie habe »Terror-Infrastruktur« der Hisbollah angegriffen. Demnach handelte es sich bei dem Angriff um eine »Reaktion auf Einsätze der Hisbollah gegen israelische Soldaten in der Sicherheitszone«. Der getötete Kommandeur sei in der Vergangenheit an mehreren Angriffen auf israelische Soldaten beteiligt gewesen, darunter mit Sprengstoffdrohnen, hieß es. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Hisbollah droht mit Vergeltung

Die libanesische Regierung verurteilte die israelischen Angriffe. Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte auf X , es handele sich um eine »äußerst ernste Angelegenheit«, die Bemühungen zur Stabilisierung untergrabe.

Die Hisbollah drohte Israel hingegen mit Vergeltung. Sie kündigte eine »angemessene Antwort« an und rief die libanesische Regierung auf, »den erniedrigenden Weg der direkten Verhandlungen« mit Israel zu verlassen. Für Anfang September ist in Rom eine weitere Gesprächsrunde in den Verhandlungen über ein Friedensabkommen geplant.

Mehr zum Thema

Israel und die Hisbollah werfen einander regelmäßig Verstöße gegen eine Waffenruhe vor. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einseitig eine »Sicherheitszone« im Südlibanon verfügt, um Angriffe der Hisbollah auf den Norden des Landes zu verhindern.

Die libanesische Regierung will einen Abzug der israelischen Truppen erreichen. Israel verlangt wiederum eine Entwaffnung der Hisbollah, erst dann würde man sich aus dem Nachbarland zurückziehen.

kim/dpa/AFP/AP