SpOn 07.09.2026
16:54 Uhr

Marius Borg Høiby: Untersuchungshaft um weitere vier Wochen verlängert


Wegen Vergewaltigung und weiterer Delikte soll Marius Borg Høiby vier Jahre ins Gefängnis. Aktuell sitzt er seinen Arrest mit Fußfessel im Zuhause des norwegischen Königspaares ab. Dabei soll es vorerst bleiben.

Marius Borg Høiby: Untersuchungshaft um weitere vier Wochen verlängert

Ein Gericht in Oslo hat die Untersuchungshaft des ältesten Sohns der neuen norwegischen Königin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, um weitere vier Wochen verlängert. Høiby verbringt den Arrest mit elektronischer Fußfessel weiterhin im Zuhause des norwegischen Königspaares, Gut Skaugum, wie die Nachrichtenagentur NTB berichtete. Nach dem Tod seines Zieh-Opas, König Harald V. von Norwegen , hatte der 29-Jährige einer Verlängerung diesmal bereits vorab zugestimmt.

Høiby war im Juni zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Während des Prozesses wurde detailliert über die Vorwürfe berichtet, insgesamt wurden 40 Anklagepunkte verhandelt. Die schwersten Vorwürfe bezogen sich auf Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht, vier Frauen sind betroffen. Høiby soll sie missbraucht und gefilmt haben, während sie schliefen. Von zwei dieser Vorwürfe wurde er freigesprochen, die Taten bestritt er.

Mehr als 800 SMS wurden vor Gericht vorgelesen

Andere Vorwürfe hatte er zugegeben. Dazu zählen Körperverletzungen, Drohungen, Verstöße gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin, ein Drogendelikt und mehrere Verkehrsdelikte. Der Prozess zog sich über sechs Wochen. Stundenlang wurden mehr als 800 SMS vorgelesen, Freunde, frühere Nachbarn, Eltern, Geschwister, ein Schlafforscher, Psychologen, Ärzte, Ermittler und andere Zeugen befragt. In jedem neuen Fall kamen zunächst die mutmaßlichen Opfer zu Wort. Danach erzählte Høiby jeweils seine Version der Dinge.

Bereits seit Februar sitzt er in Untersuchungshaft, die regelmäßig verlängert werden muss. Der Norweger will das Urteil anfechten, ein Berufungsprozess könnte im kommenden Jahr starten. Die Polizei sieht eine Wiederholungsgefahr und will ihn deshalb in Untersuchungshaft behalten.

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Im Zusammenhang mit dem Tod von König Harald V. Ende August hatte Høiby zuletzt mehrfach Ausgang bekommen, unter anderem, um sich im Krankenhaus von dem Monarchen zu verabschieden. Bei Haralds Begräbnis am Mittwoch wird er ebenfalls dabei sein.

Der Sohn der Kronprinzessin ist ein Vergewaltiger, verurteilt zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Das Urteil markiert einen Bruch. Norwegen hat einen Blick auf seine entrückte, reiche Elite erhascht – und hält doch zur Monarchie. Lesen Sie hier  mehr dazu.

bam/dpa