SpOn 18.09.2026
07:53 Uhr

Midterms: Republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar stellt sich gegen Präsident Donald Trump


Es kommt selten vor, dass sich Republikaner gegen ihren eigenen Präsidenten stellen. María Elvira Salazar hat es gewagt: wohl aus Angst um das eigene politische Überleben.

Midterms: Republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar stellt sich gegen Präsident Donald Trump

Knapp sieben Wochen vor den US-Parlamentswahlen zur Mitte der Amtszeit des Präsidenten, den sogenannten Midterms, bekommt Präsident Donald Trump aus den eigenen Reihen Gegenwind für seine umstrittene Abschiebepolitik. María Elvira Salazar, eine republikanische Abgeordnete aus Florida, die um ihren Wiedereinzug in das Repräsentantenhaus kämpft, veröffentlichte eine Videobotschaft, in der sie Trump direkt attackiert: »Herr Präsident, einige Ihrer Maßnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts sind zu weit gegangen.« US-Bürger mit lateinamerikanischen Wurzeln fühlten sich von Trump »verraten«.

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Dass sich Republikaner so offen gegen ihren Präsidenten stellen, kommt selten vor. Trumps Umfragewerte sind aktuell schlecht. Der US-Präsident setzt in seiner zweiten Amtszeit auf einen harten Kurs gegen Migranten und massenhafte Abschiebungen. Die Razzien der Bundesbehörden gegen Migranten sind umstritten und haben landesweit große Proteste ausgelöst.

»Hispanics fühlen sich verraten«

Der Hintergrund von Salazars Attacke gegen Trump dürfte die Sorge sein, dass den Republikanern die wichtige Wählerschaft der spanischsprachigen US-Amerikaner wegen der teils brutalen Razzien abhandenkommen könnte. Der Bevölkerungsanteil der Latinos ist in Florida, wo Salazars Wahlkreis liegt, hoch.

Salazar warf Trump in dem Clip vor, dass viele von den Behörden festgehaltene Menschen keine Vorstrafen hätten. »Dieselben Hispanics, die Ihnen 2024 geholfen haben, ins Weiße Haus zu gelangen, fühlen sich heute verraten«, ergänzte die Abgeordnete.

Die 64-Jährige ist seit 2021 Abgeordnete im Kongress. Der überparteiliche »Cook Political Report« sieht bei dem Rennen in ihrem Wahlbezirk, der im Raum Miami liegt, aktuell einen Vorsprung für die Republikanerin.

Bei den Midterms – den Parlamentswahlen – werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Teil der Sitze im Senat neu besetzt. Die Republikaner haben in beiden Parlamentskammern eine hauchdünne Mehrheit. Sollten die Demokraten die Wahlen am 3. November gewinnen, würde es für Trump deutlich schwerer werden, seine Politik durchzusetzen.

fin/dpa-AFX