SpOn 10.03.2026
05:38 Uhr

News: Donald Trump und Iran-Krieg, Abgesang auf die SPD, Volkswagen und die Milliarden-Entdeckung


Der US-Präsident spricht von einem baldigen Kriegsende. In einem Dorf auf der Schwäbischen Alb holt die SPD 0,6 Prozent. Und: Wie hat VW bloß sechs Milliarden Euro entdeckt? Das ist die Lage am Dienstagmorgen.

News: Donald Trump und Iran-Krieg, Abgesang auf die SPD, Volkswagen und die Milliarden-Entdeckung
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Wie bald ist bald?

Redet Donald Trump einfach nur daher, weil er sich eben gern reden hört? Will er den hochnervösen Ölmarkt beruhigen? Oder kritische MAGA-Anhänger (mehr dazu hier )? Oder könnten die Angriffe gegen Iran bald vorbei sein?

US-Präsident Donald Trump: Botschaft zur Beruhigung

US-Präsident Donald Trump: Botschaft zur Beruhigung

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

Der Krieg werde »sehr bald« enden, so hat es der US-Präsident am Montagabend erklärt. Iranische Raketen, Drohnen, Waffenschmieden – alles zerstört, man sei weit vor dem Zeitplan. Ob es bisher wirklich einen Zeitplan gab, ist ungewiss. Trump selbst hatte jüngst vier bis fünf Wochen als wahrscheinliche Kriegsdauer genannt.

Zumindest kurzfristig sorgten Trumps Worte für Erleichterung, die Ölpreise fielen deutlich, die Kurse an den Aktienmärkten legten zu (hier  mehr zum Ölpreisschock). Aber wie lange hält die Hoffnung an? Welche Botschaft sendet Trump beim nächsten Auftritt oder Interview aus?

Bisher gibt es weder Anzeichen dafür, dass Israel oder die USA ihre Angriffe reduzieren, noch signalisiert das Regime in Teheran, sich dem gewaltsamen Druck beugen zu wollen. Die Wahl von Mojtaba Khamenei zum religiösen Führer zeigt, dass die Hardliner auf Konfrontation setzen (mehr dazu hier ). Noch immer ist Iran zu Gegenschlägen in der Lage, das bekam gerade auch die Bundeswehr zu spüren, als das deutsche Feldlager in Jordanien getroffen wurde (mehr dazu hier).

Ob der Krieg in dieser Woche bereits vorbei sein werde, wurde Trump schließlich konkret gefragt. Die Antwort des Präsidenten: »Nein.« Das US-Verteidigungsministerium postete auf X: »Wir haben gerade erst angefangen zu kämpfen.«


Durchhalten bis zum nächsten Debakel

0,6 Prozent. Das ist das Zweitstimmenergebnis der SPD in der Gemeinde Renquishausen im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen. Drei der 507 Wähler machten ihr Kreuzchen bei den Sozialdemokraten. Zwei weniger als bei der Tierschutzpartei.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer: Hoffnungsträger der SPD

Ministerpräsident Alexander Schweitzer: Hoffnungsträger der SPD

Foto: Frank Ossenbrink / IMAGO

Mit solchen Zahlen müssen sich die Genossen inzwischen auseinandersetzen, etwa wenn heute in Rostock die Vorsitzenden der SPD-Fraktionen aus Bund, Ländern und EU zusammensitzen und sicher auch über das Wahlergebnis vom Sonntag sprechen. Landesweit reichte es in Baden-Württemberg gerade noch für den Sprung über die Fünfprozenthürde. Wie oft hat die SPD nun schon nach Wahlen ihre Wunden lecken müssen? Abgesang auf Abgesang haben auch wir beim SPIEGEL schon auf die einst stolze Volkspartei geschrieben. Und dann kommt es immer noch schlimmer.

Nachdenklich und ratlos sei die Parteispitze angesichts des nicht enden wollenden Siechtums, schreibt mein Kollege Andreas Niesmann. Die Erklärungsversuche: schwierige Ausgangslage, Polarisierung, Misstrauen gegen die etablierten Parteien. »Alles wahr. Alles richtig«, sagt Andreas, der für uns die SPD beobachtet. »Doch was nützt es im Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit?«

Alle Hoffnung ruht nun auf Rheinland-Pfalz, wo am 22. März gewählt wird (den Wahl-O-Mat finden Sie hier). Man setzt auf den Özdemir-Effekt, nur in Rot. In Mainz regiert der Sozialdemokrat Alexander Schweitzer, die SPD hat in den Umfragen zur lange enteilten CDU aufgeschlossen. Deren Spitzenmann Gordon Schnieder will das Land nach Jahrzehnten für die Christdemokraten zurückerobern. Heute Abend treten Schnieder und Schweitzer im TV-Duell gegeneinander an.

Holt Schweitzer den Wahlsieg, werden sie erst mal alle wieder aufatmen bei den Genossen. Bis zum nächsten Abgesang.


Wie geht es weiter für Volkswagen?

Wo kommt das ganze Geld auf einmal her? Das ist eine der zentralen Fragen, um die es heute gehen wird, wenn Volkswagen in Wolfsburg seine Bilanz für 2025 vorlegt und auf das laufende Jahr blickt. Im Januar hatte Europas größter Autokonzern mitgeteilt, dass er, vereinfacht gesagt, sechs Milliarden Euro in der zuvor leer geglaubten Kasse gefunden habe. Man kennt das aus dem eigenen Portemonnaie: Nix drin, und dann, beim Blick ins zweite Fach, eingeklemmt zwischen alten Kassenbons und Führerschein – ja, Mensch, da sind noch ein paar Fuffis!

Oder nicht?

VW-Chef Oliver Blume: Plötzlicher Milliardensegen

VW-Chef Oliver Blume: Plötzlicher Milliardensegen

Foto: Michael Kappeler / dpa

Nun, der plötzliche Cashflow, wie es in der Fachsprache heißt, sorgt bei VW für heftige Debatten. Die einen fragen sich, ob die Kasse beim Autobauer eigentlich seriös geführt wird. Die anderen werfen dem Vorstand vor, mit Buchungstricks die eigenen Boni in die Höhe treiben zu wollen (mehr dazu hier ). Der Betriebsrat fordert angesichts des Geldsegens eine Prämie für alle Mitarbeiter, was die Konzernspitze bislang ablehnt (mehr dazu hier ).

Die Sechs-Milliarden-Entdeckung bedeutet übrigens nicht, dass es VW prächtig geht, bei Umsatz und Gewinn dürften die Zahlen weniger glänzend ausfallen. Die US-Zölle, der schwierige Markt in China und die Probleme bei Audi und Porsche belasten das Unternehmen weiter. Dazu kommt die Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten, der Aktienkurs war deswegen zuletzt ziemlich unter Druck. Mein Kollege Alexander Demling aus dem Wirtschaftsressort wird die VW-Jahrespressekonferenz für Sie beobachten und die wichtigsten Erkenntnisse einordnen.


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Verliererin des Tages…

FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner

FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

...ist Nicole Büttner. Wettschulden sind Ehrenschulden: Die FDP-Generalsekretärin hatte vor einigen Wochen in einem Interview selbstbewusst erklärt, sie werde sich ihre lockigen Haare abrasieren, sollte ihre Partei in Baden-Württemberg aus dem Landtag fliegen. Was Büttner unmöglich erschien, ist am Sonntag passiert – die Liberalen scheiterten an der Fünfprozenthürde.

Ihren Posten, so sieht es aus, darf Büttner vorerst behalten. Ihre Haare nicht. »Liberale stehen zu ihrem Wort – auch in einer Niederlage«, sagte sie der »Rheinischen Post«.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • USA scheitern damit, Uno-Erklärung zu Frauenrechten zu stoppen: Bei einer Tagung der Uno-Frauenrechtskommission möchten die Mitgliedstaaten eine gemeinsame Erklärung annehmen. Der US-Vertreter ist dagegen und spricht von »Gender-Ideologie« – muss sich dann aber der Mehrheit beugen.

  • Kyjiw bestellt ungarischen Botschafter in Affäre um Geldtransporter ein: Sieben Mitarbeiter der ukrainischen Sparkasse wurden zuletzt in Ungarn festgenommen. Ihr Fall erreicht nun höchste diplomatische Kreise. Die Regierung in Kyjiw hätte vom ungarischen Botschafter gern eine Erklärung.

  • Ex-Bundesligaprofi Eduard Löwen trauert um seine Frau: »Ilona war ein leuchtendes Beispiel für Liebe, Demut und Güte«: St. Louis City hat mitgeteilt, dass die Ehefrau von Mittelfeldspieler Eduard Löwen gestorben ist. Der US-Fußballclub wendet sich mit einer Bitte an die Gemeinde.


Heute bei SPIEGEL Extra: Muskelkater unter Palmen – was Sporturlaube bringen

Foto:

bojanstory / Getty Images

Boxen in Thailand, Triathlon auf Lanzarote, Fitness in den Bergen: Immer mehr Menschen wollen sich auch im Urlaub schinden, die Tourismusbranche lockt mit Sportcamps. Aber machen die wirklich fitter? 

Kommen Sie gut in den Tag.

Herzlich,

Ihr Philipp Wittrock, Autor im SPIEGEL-Hauptstadtbüro