Geht Liebe durch den Tank?
Ab heute gilt der neue Tankrabatt. Aber das wissen Sie höchstwahrscheinlich längst und haben Ihren Tank in den vergangenen Tagen so punktgenau leer gefahren, dass die letzten Tropfen gerade noch zur nächsten Tankstelle reichen, um den staatlich subventionierten Billigsprit in möglichst großer Menge abfüllen zu können. Und das möglichst vor zwölf Uhr mittags, denn danach droht ja schon die tägliche Preiserhöhung.
Zapfsäule (Symbolbild): Tankrabatt als unsoziale Gießkannensubvention
Foto: Philip Dulian / dpaUm die ökonomische und ökologische Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme ging es an dieser Stelle schon einmal, ich halte nicht viel davon. Heute geht es mir aber um die Frage der politischen Sinnhaftigkeit des Tankrabatts. Ganz offensichtlich ist er ja als Signal der Bundesregierung gedacht, die damit zeigen möchte, dass sie die Nöte der preisbelasteten Verbrennerfahrerinnen und -fahrer lindern kann. Mit demonstrativer Handlungsfähigkeit will sie neues Vertrauen bei der Bevölkerung gewinnen.
Und da frage ich mich, ob das gelingt. Bei all jenen, die den Tankrabatt als unsoziale Gießkannensubvention kritisieren, ja schon einmal nicht. Bei den außen vor bleibenden Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos auch nicht. Ebenso wenig werden die Menschen besonders dankbar sein, die als Nutzer des Deutschlandtickets ab kommendem Jahr 3,80 Euro mehr pro Monat bezahlen sollen (mehr dazu hier). Und diese Gruppen finanzieren den Tankrabatt durch die damit verbundenen Steuerausfälle auch noch mit, obwohl sie nichts davon haben.
Aber finden jetzt wenigstens die Benzin- und Dieseltanker ab heute die schwarz-rote Koalition ein bisschen besser? Wie ist es bei Ihnen? Ändert der Tankrabatt etwas an Ihrem Vertrauen in die Regierung Merz? Das würde mich interessieren.
Mehr Hintergründe hier: Tankrabatt? Besser wäre ein günstigeres Deutschlandticket
Friedenspreis für Militärorganisation
Es ist nicht zu erwarten, dass dem Bundeskanzler heute wieder die Tränen kommen. Wie erst vorgestern, als ihn bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin der freundliche Empfang der anwesenden Schülerinnen und Schüler offenbar so überwältigte, dass Friedrich Merz seine Gefühle nicht mehr verbergen konnte (mehr dazu hier).
Heute ist eine derartige Aufwallung wohl ausgeschlossen: Merz hält in Münster die Laudatio bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben, zur Hälfte an Persönlichkeiten oder Repräsentanten von Staaten und Gruppen, die sich für den Zusammenhalt Europas eingesetzt haben; zur anderen an eine entsprechende Jugendorganisation. Friedenspreisträgerin ist diesmal die Nato, überreicht wird die Auszeichnung ihrem Generalsekretär Mark Rutte.
Gerührter Bundeskanzler beim Deutschen Schulpreis
Foto: Fabian Sommer / dpaIch will gar nicht bestreiten, dass sich die Preisverleihung an die Nato gut begründen lässt: Sie ist ein Verteidigungsbündnis und hat durch ihre abschreckende Wirkung in den vergangenen Jahrzehnten zur Stabilität in Europa beigetragen. Dass aber ein Friedenspreis, mit dem früher mal die Dirigenten Kurt Masur und Daniel Barenboim und zuletzt die Holocaustüberlebende Margot Friedländer geehrt wurden, in diesem Jahr ausgerechnet an eine Militärorganisation geht, ist nur ein weiteres beunruhigendes Zeichen für die waffenstarrenden Verhältnisse unserer Gegenwart. Ich finde das zum Heulen.
Mehr Hintergründe hier: Nato erhält Westfälischen Friedenspreis
Konstant schreckliches Kino
Heute ist Donnerstag, da laufen im Kino die neuen Filme an und darunter auch einer, dessen Trailer mich einigermaßen ratlos gemacht haben. Da führte ein Mann mit einer Schaufel einen seltsamen Tanz auf, und das war, wie man nur auf den zweiten Blick und ungläubig feststellen konnte, der auf alt und unansehnlich gestylte Superstar Tom Cruise. Sehr, sehr seltsam und rätselhaft. Muss man das sehen?
Regisseur Iñárritu, Schauspieler Cruise: »Schreckliches Dicke-Eier-Kino«
Foto: Hannah McKay / REUTERSMeine Kollegin, unsere Filmkritikerin Hannah Pilarczyk, hat »Digger« schon gesehen – und ist, sagen wir mal, beeindruckt: »Es waren die schrecklichsten 128 Minuten, die ich 2026 bislang im Kino verbracht habe.« Bei der Pressevorführung sei sie gebeten worden, keine Überraschung zu verraten, aber Hannah meint, das sei gar nicht möglich, denn es gab keine in diesem Film: »Es entwickelt sich nämlich nichts darin zum Besseren, es bleibt einfach konstant schrecklich.« Was der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu da angerichtet habe, sei »schreckliches Dicke-Eier-Kino«. Und ich weiß jetzt zwar noch nicht, ob ich mir »Digger« trotz Hannahs Warnung doch ansehen werde, aber eines kann ich schon sagen: Das waren die furiosesten 4500 Zeichen Filmverriss, die ich 2026 bislang bei uns gelesen habe.
Übrigens, falls Sie sich jetzt fragen, ob da auch Sandra Hüller mitspielt, weil Sandra Hüller doch jetzt in jedem Film mitspielt: Da kann ich Sie beruhigen. Sandra Hüller spielt natürlich auch mit.
Die ganze Geschichte hier: Sind das die schrecklichsten 128 Filmminuten des Jahres?
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Gewinner des Tages…
Hape Kerkeling im Thüringer Landtag
Foto: Martin Schutt / dpa…ist Hape Kerkeling, der gestern allein mit seiner Anwesenheit der Anhörung im Thüringer Landtag zum Anstoß eines AfD-Verbotsverfahrens Glanz und Würde verliehen hat. Und sein Statement (hier im Original) war dann auch noch stark.
Die ganze Geschichte hier: Ist das der letzte aussichtsreiche Versuch, die Rechtsextremisten zu stoppen?
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Netanyahu würdigt angegriffenen Piloten als »wahren Helden«: Laut Israels Premier hat der Kapitän der Flydubai-Maschine eine »Katastrophe« verhindert. Inzwischen melden sich auch mehrere Passagiere zu Wort. Darunter der Mann, der den mutmaßlichen Angreifer im Cockpit überwältigt haben will.
Supreme Court erlaubt Hinrichtung von Christa Pike – Vollstreckung scheitert offenbar: Nach einigem Hin und Her hat das oberste US-Gericht entschieden: Die verurteilte Mörderin Christa Pike darf hingerichtet werden. Ihr wurden in Tennessee offenbar zwei Giftspritzen verabreicht. Sie soll aber noch immer leben.
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Nach der Entbindung hören Frauen Sätze wie: »Ah, Sie sind der Dammriss dritten Grades.« Und lernen sich da erst richtig kennen. »Warum haben wir Frauen so wenig Ahnung von unserer inneren Topografie?«, fragt unsere Autorin .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion
